Extraausgabe Krieg am Persischen Golf – Versorgungsicherheit von Medikamenten für die Behandlung der Opioidabhängigkeit - 27. Mai 2026
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Z51.83G – Forum SubstitutionspraxisExtraausgabe Krieg am Persischen Golf – Versorgungsicherheit von Medikamenten für die Behandlung der Opioidabhängigkeit - 27. Mai 2026 |
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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Ärztliche Kolleginnen und Kollegen und Opioidsubstituierte haben bei der Redaktion von Forum Substitutionspraxis angefragt, ob angesichts des Krieges am Golf von Persien die Lieferbarkeit von Opiopidsubstituten gewährleistet ist.
10- bis 20 Prozent des globalen Pharmahandels nutzen die Flug- und Seehäfen im Mittleren Osten. Where the Iran War Could Disrupt Pharmaceutical Supply Chains Pharmaceutical company executives are responding to the immediate supply-chain threats by targeting unconventional routes. (thinkglobalhealth.org, Council on Foreign Relations, USA, 20.03.2026)
Pharma fallout from Iran war won't end with ceasefire The Iran war is highlighting the fragile nature of global drug supply chains as disruptions ripple far beyond the Persian Gulf.
Why it matters: Even if the ceasefire holds, disruptions to air cargo and the Strait of Hormuz bring the threat of higher prices for generic drugs and spot shortages, especially in developing countries. The conflict is also disrupting clinical trials of experimental cancer, heart and other treatments in countries like Turkey, Israel and Egypt, according to data science company Phesi.
State of play: 10-20% of global pharmaceutical commerce passes through the Middle East, according to Prashant Yadav, senior fellow at the Council on Foreign Relations. (AXIOS, USA, 09.04.026) https://www.axios.com/2026/04/09/iran-war-shock-drug-supply-chain Schon während der Covid-19-Pandemie kam die Frage auf, ob bei zukünftigen globalen Krisen (Pandemien, Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen) die Versorgungssicherheit von Opioiden für die Behandlung einer Opioidabhängigkeit gesichert ist.
Abadie, R., Fisher, C. Lessons from COVID-19 for improving delivery of medications for opioid use disorder in future pandemic events: results from a Puerto Rico Delphi consensus panel. Harm Reduct J (2026). doi.org/10.1186/s12954-026-01454-6 https://link.springer.com/article/10.1186/s12954-026-01454-6
Cerceo E, Stearns C, Shapley-Quinn K, Salzman M. Disaster Within a Disaster: Ensuring Access to Opioid Use Disorder Treatment During Natural Crises. Am J Public Health. 2026 Feb;116(2):171-174. doi: 10.2105/AJPH.2025.308354. PMID: 41534032; PMCID: PMC12801714. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12801714/
Zusätzlich zur allgemein gehaltenen Frage nach der Lieferbarkeit erging an die wichtigsten Hersteller von Substitutionsmedikamenten für den deutschen Markt die Frage, ob für deren Opioidsubstitute Lieferwege vonnöten sind, die über Häfen und/oder Flughäfen am Persischen Golf führen. Der Hersteller von Subutex® wurde nicht gefragt, da Indivior sein nationales Team entlassen hat und auch keine Kontaktadresse mehr nennt für fachliche Anfragen. Nach einer Mitteilung aus dem Kreis der ehemaligen Angestellten in Deutschland Ende letzten Jahres, kann eh nicht gewährleistet werden, dass mit Subutex® Substituierte zukünftig künftig auf sichere Herstellung des Medikament und auf uneingeschränkte Lieferwege für den deutschen Markt rechnen können.
Dies sind die Antworten der Firmen Sandoz/Hexal, GL-Pharma, Mundipharma, Camurus und Ethypharm, Puren Pharma und Neuraxpharm: Sandoz/Hexal „Wir sind im Allgemeinen nicht auf die Straße von Hormus als primären Schifffahrtskorridor angewiesen; alternative Routen bestehen bereits seit mehreren Jahren. Unsere weltweiten Teams beobachten die Entwicklungen weiterhin, um eine kontinuierliche und zuverlässige Versorgung der Patienten sicherzustellen. Für unsere Substitutionsmittel, die wir in Deutschland vertreiben, gilt, dass wesentliche Herstellungsschritte in Europa durchgeführt werden.“
GL- Pharma – Gerot Lannach Statement zur Liefersicherheit vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten hat unser API‑Einkaufsteam eine umfassende Überprüfung unserer Lieferketten durchgeführt. Ziel war es, mögliche Risiken frühzeitig zu identifizieren und eine transparente Informationsbasis zur Versorgungslage sicherzustellen.
Versorgungssicherheit: Die gute Nachricht vorab: Unsere Versorgungssicherheit ist derzeit vollumfänglich gewährleistet. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen uns keine Hinweise auf kritische Lieferunterbrechungen oder drohende Out‑of‑Stock‑Situationen vor. Als zusätzliche Vorsorgemaßnahme haben wir die Beschaffungsmengen ausgewählter kritischer Rohstoffe aus Non-EU-Staaten erhöht, um die Lagerreichweite gezielt auszubauen.
Lieferwege und Laufzeiten: Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in bestimmten Seegebieten sowie an einzelnen Flughäfen der Region (z. B. Dubai) kommt es derzeit häufiger zu Umleitungen von Transportwegen. Dies führt in Einzelfällen zu verlängerten Laufzeiten. Entsprechend haben wir unsere internen Pufferzeiten angepasst, um Auswirkungen auf die Produktion zu minimieren.
Monitoring und Risikomanagement: Wir stehen in engem und kontinuierlichem Austausch mit all unseren Lieferanten und erhalten kurzfristige Updates zur Lageentwicklung. Unser API‑Risk‑Assessment wird regelmäßig aktualisiert, um für unsere Kern‑APIs sowie deren Ausgangsstoffe eine detaillierte und aktuelle Risikobetrachtung sicherzustellen.
Mundipharma Ensuring reliable access to our medicines for patients is extremely important to Mundipharma. As part of regular standard business practice, we continuously and thoroughly monitor our global supply chain and supply continuity. At this time, we do not foresee any disruption to the supply of our opioid medicines and substitutes because of the current situation in the Gulf region.
As a matter of safety and security, we do not publicly discuss our supply chains, logistics operations or distribution routes in detail. What we can say is that Mundipharma maintains robust supply chain oversight and contingency planning processes to help minimise potential risks and support continuity of supply.
Camurus Wir haben keine Einschränkungen in unserer Lieferfähigkeit und erwarten dahingehend auch keine.
Ethypharm Für die von uns betreuten Opioidsubstitute kann ich Ihnen mitteilen, dass die Produktion innerhalb Europas erfolgt. Vor diesem Hintergrund bestehen nach aktuellem Stand keine direkten Abhängigkeiten von Lieferketten über den Persischen Golf.
Puren Pharma Aktuell sehen wir durch die Situation im Nahen Osten keine Auswirkungen auf Verzögerungen in unseren Lieferketten.
Dennoch beobachten wir die Lage, prüfen sicherheitshalber alternative Transportwege und steuern unsere Bestände vorausschauend.
Neuraxpharm Keine Antwort auch auf Nachfrage.
Die nächste reguläre Ausgabe von Z51.83G FORUM SUBSTITUTIONSPRAXIS erscheint am 10. Juni 2026, also wie gewohnt am zweiten Mittwoch des Monats. Viel Spaß beim Lesen und empfehlen Sie uns weiter!
Hans-Günter Meyer-Thompson - Redakteur - Zuschriften an: info@compwaremedical.de
Impressum: http://www.forum-substitutionspraxis.de/newlinks/1025-impressumneu Hier geht es zum Abonnement: http://www.forum-substitutionspraxis.de/ Hier können Sie Z51.83G abbestellen: info@forum-substitutionspraxis.de |
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