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Berlin. Berliner Praxis „Patrida“: Heroin auf Rezept für Suchtkranke

„Dr. Peschel hat mir das Leben gerettet.“ Was nach Pathos klingt, meint Thomas ernst. Der 57-Jährige ist seit mehr als 30 Jahren heroinabhängig. In der Berliner Praxis „Patrida“, die der Psychiater Thomas Peschel vor fünf Jahren eröffnet hat, bekommt er zwei Mal am Tag Diamorphin auf Rezept - reines Heroin. Bis heute ist die Praxis die einzige ihrer Art in der Hauptstadt, obwohl der Bedarf größer wäre. (Berliner Kurier, 21.03.2018)

https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/berliner-praxis--patrida--heroin-auf-rezept-fuer-suchtkranke-29902012

Solingen. Tragische Sucht: Methadon ist die Rettung für 300 süchtige Solinger

Die eigentliche Heroinsucht ist nur ein Teil des Drogenproblems. Beschaffungskriminalität, Begleitkrankheiten wie Hepatitis C oder das Abrutschen in die Dealer-Tätigkeit sind oftmals weitere Teile der tragischen Sucht nach harten Drogen. 600 Menschen in Solingen sind von Heroin abhängig. Für etwa 300 von ihnen gibt es eine Chance, aus dem Teufelskreis zu entkommen. Sie nehmen an einem Methadon-Programm teil. (Solinger Tageblatt, 16.03.2018)

https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/methadon-rettung-suechtige-9700624.html

Treatment of hepatitis C genotype 1 infection in Germany: effectiveness and safety of antiviral treatment in a real-world setting.

Höner Zu Siederdissen C, Buggisch P, Böker K, Schott E, Klinker H, Pathil A, Pfeiffer-Vornkahl H, Berg T, Sarrazin C, Hüppe D, Manns MP, Mauss S.

United European Gastroenterol J. 2018 Mar;6(2):213-224. doi: 10.1177/2050640617716607.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5833224/

15 Milliliter, jeden Tag

Bochum. Seit 29 Jahren nimmt Roland Beinhard Methadon. Es stillt seinen Hunger nach Heroin. Kaum einer macht das länger als er. Vor 30 Jahren begann die Drogenersatztherapie in Deutschland. (Die Tageszeitung, 31.03.2018)

http://www.taz.de/!5492895/

Frankfurt/Main. Stefan Majer präsentiert bundesweit einmaliges Drogen-Monitoring in Frankfurter Konsumräumen

Die Stadt Frankfurt hat ein systematisches Drogen-Monitoring in den drei Konsumräumen in Frankfurt gestartet.
In einem bundesweit einmaligen Projekt werden Rückstände aus Drogenverpackungen und Spritzenfiltern regelmäßig von Wissenschaftlern der Uni Freiburg auf Reinheitsgehalt, Beimischungen und sonstige Auffälligkeiten hin analysiert. Unter großer Medienaufmerksamkeit stellte Stefan Majer, Dezernent für Gesundheit und Personal, am Montag, 19. März, gemeinsam mit Professor Volker Auwärter, Forensischer Toxikologe am Institut für Rechtsmedizin der Uni Freiburg, und Regina Ernst, Leiterin des Drogenreferates, das bundesweit einmalige Monitoring und die Ergebnisse aus den bislang mehr als 400 Analysen vor.

(...) Auffallend war, dass mit durchschnittlich 9 Prozent der Reinheitsgehalt bei Heroin deutlich geringer ist als erwartet, während bei Kokain vom Frankfurter Straßenhandel mit durchschnittlich 70 Prozent der Reinheitsgehalt über dem europäischen Durchschnitt liegt.

Aufhorchen ließ, dass an zwei Verpackungen Anhaftungen des synthetischen Opioids Fentanyl gefunden wurden, wie Regina Ernst betont: „Fentanyl spielte 2017 bei mindestens drei Frankfurter Drogentoten eine Rolle. Fentanyl sei so unberechenbar und damit gefährlich, da es 120 mal stärker sei als Heroin und sich deshalb nur schwer dosieren lasse. (frankfurt.de, 20.03.2018)

http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3003&_ffmpar[_id_inhalt]=33624218

ABDA. Mustervereinbarung zur Überlassung von Substitutionsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch (Sichtbezug) im Rahmen der Opioidsubstitution in der Apotheke (Arbeitshilfe der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung / FORMBLATT, Stand der Revision: 28.03.2018)

https://www.abda.de/fileadmin/assets/Praktische_Hilfen/Leitlinien/Opiatsubstitution/FB_Vereinbarung_Opioidsubstitution.doc

Berlin. Debatte um Drogentote: Wie Berliner Clubs mit Drogen umgehen könnten

Cannabis, Amphetamine, Kokain: Drogen sind im Nachtleben weitverbreitet. Betreiber, Politiker und Feiernde fordern nun Qualitätskontrollen. Die Polizei sagt: interessanter Ansatz. (Der Tagesspiegel, 23.03.2018)

https://www.tagesspiegel.de/berlin/debatte-um-drogentote-wie-berliner-clubs-mit-drogen-umgehen-koennten/21104616.html

Das neue Substitutionsrecht: Nicht mehr mit einem Bein im Gefängnis aber wie sichern wir jetzt die Versorgung vor Ort?

Endlich stehen wir nicht mehr mit einem Bein im Gefängnis! 25 Jahre musste hierzulande die medikamentengestützte Behandlung Opioidabhängiger unter  rechtlichen Bedingungen ausgeübt werden, die bereits 1992 mitnichten internationalen Erfahrungen und Evidenzen entsprachen.

Das ist vorbei. Und PatientInnen wie Ärzteschaft entdecken seit Oktober vorigen Jahres, wie hilfreich der reformierte rechtliche wie fachliche Rahmen für die Behandlung sein kann.

Diese Flexibilisierung kommt allerdings 5-10 Jahre zu spät, um kurzfristig die strukturelle Krise der Substitutionsbehandlung lösen zu können. Bundesweit deuten alle Zahlen darauf hin, dass die ärztliche Behandlung eines Drittels der aktuellen SubstitutionspatientInnen ab 2021/22 in Gefahr ist. (Sanofi – Parlamentarischer Abend 2018, Berlin, 14.3.2018, Vortrag Hans-Günter Meyer-Thompson)

https://www.forum-substitutionspraxis.de/images/Download/PDF/Sanofi--Parlamentarischer-Abend-2018-Berlin-14.3.2018-Vortrag-Meyer-Thompson-final.pdf

Lead poisoning outbreak among opium users in the Islamic Republic of Iran, 2016-2017.

Ghane T, Zamani N, Hassanian-Moghaddam H, Beyrami A, Noroozi A.

Bull World Health Organ. 2018 Mar 1;96(3):165-172. doi: 10.2471/BLT.17.196287.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5840624/

The Effects of Concurrent Prescription of Benzodiazepines for People Undergoing Opioid Maintenance Treatment: Systematic Review [Internet].

Ding KY, Mosdøl A, Hov L, Staumann GH, Vist GE.

Oslo, Norway: Knowledge Centre for the Health Services at The Norwegian Institute of Public Health (NIPH); 2016 Dec 23.

https://www.fhi.no/en/publ/2016/effekten-av-samtidig-forskrivning-av-benzodiazepiner-for-personer-i-legemid/

Karlsruhe will im April über ersten Drogenkonsumraum entscheiden

Karlsruhe – Der Karlsruher Gemeinderat wird voraussichtlich am 24. April über den landesweit ersten Drogenkonsumraum beraten. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) will in seiner Stadt eine Anlaufstelle schaffen, in der schwerst Drogenabhängige mitgebrachte Drogen wie Heroin und Kokain unter hygienischen Bedingungen einnehmen können. (aerzteblatt.de, 04.04.2018)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/92233/Karlsruhe-will-im-April-ueber-ersten-Drogenkonsumraum-entscheiden

International Consensus Statement on Screening, Diagnosis and Treatment of Substance Use Disorder Patients with Comorbid Attention Deficit/Hyperactivity Disorder.

Crunelle CL, van den Brink W, Moggi F, Konstenius M, Franck J, Levin FR, van de Glind G, Demetrovics Z, Coetzee C, Luderer M, Schellekens A; ICASA consensus group, Matthys F.

Eur Addict Res. 2018;24(1):43-51. doi: 10.1159/000487767.

https://www.karger.com/Article/FullText/487767

Schweiz. Suchtmediziner Thilo Beck: «Ich bin für die Legalisierung von Kokain»

Psychiater Thilo Beck betreut in Zürich Drogensüchtige. Er setzt sich gegen die Stigmatisierung von Abhängigen ein und fordert die Regulierung aller psychoaktiven Substanzen. Ein Interview. (Swisscom/bluewin, Schweiz, 13.03.2018)

https://www.bluewin.ch/de/leben/lifestyle/suchtmediziner-thilo-beck-ich-bin-fuer-die-legalisierung-von-kokain-72610.html

Warum das Suchtpotenzial von Lyrica unterschätzt wird

Osnabrück. Die Schmerzmittel Lyrica und Oxycodon haben hohes Suchtpotenzial und sind offenbar in der Osnabrücker Drogenszene leicht zu bekommen. In den USA hat Präsident Donald Trump wegen der Opiodepidemie bereits den Gesundheitsnotstand erklärt. Was macht die Medikamente so gefährlich? Das erklärt Peter Flüchter, Chefarzt des Suchtmedizinischen Zentrums des Ameos-Klinikums Osnabrück. (Neue Osnabrücker Zeitung, 10.03.2018)

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1030880/warum-das-suchtpotenzial-von-lyrica-unterschaetzt-wird#gallery&0&0&1030880


Cracking the Crack Dance: A Case Report on Cocaine-induced Choreoathetosis.

Narula N, Siddiqui F, Katyal N, Krishnan N, Chalhoub M.

Cureus. 2017 Dec 22;9(12):e1981. doi: 10.7759/cureus.1981.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5826744/

Respiratory Variability during Sleep in Methadone Maintenance Treatment Patients.

Nguyen CD, Kim JW, Grunstein RR, Thamrin C, Wang D.

J Clin Sleep Med. 2016 Apr 15;12(4):607-16. doi: 10.5664/jcsm.5702.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4795289/

Psychoactive substances and violent offences: A retrospective analysis of presentations to an urban emergency department in Switzerland.

Liakoni E, Gartwyl F, Ricklin M, Exadaktylos AK, Krähenbühl S (2018)

PLoS ONE 13(3): e0195234. doi.org/10.1371/journal.pone.0195234

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0195234

The Epidemic of Neonatal Abstinence Syndrome, Historical References of Its' Origins, Assessment, and Management.

Gomez-Pomar E, Finnegan LP.

Front Pediatr. 2018 Feb 22;6:33. doi: 10.3389/fped.2018.00033. eCollection 2018. Review.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5827164/

„Frauen… der Sozialen Arbeit und Suchthilfe"

Der Begriff Gender ist im 21. Jahrhundert in aller Munde. Ursprünglich aus dem Englischen kommend, hebt er hervor, dass ‚das‘ Geschlecht und die Geschlechterverhältnisse nicht ‚natürlich‘ gegeben sind. Befassen wir uns in der Sozialen Arbeit bzw. in der Suchthilfe mit dem Thema „Gender“, muss man drei Perspektiven in den Blick nehmen: die der Mitarbeitenden, die der Führungsebene und die der Personengruppe, für die wir Hilfsangebote vorhalten.

Dabei erhält man den Eindruck, dass es tatsächlich geschlechtsspezifische Unterschiede gibt: Der Großteil der Mitarbeitenden im sozialen Sektor ist weiblich, allerdings die Besetzung der Leitungspositionen eher männlich dominiert.

Vor diesem Hintergrund gehen wir der Fragen nach, ob und wenn ja, warum dies so ist.

Gleichzeitig betrachten wir frauenspezifische Angebote in der Suchthilfe und lassen eine betroffene Frau mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen. (PARTNERschaftlich Infodienst 01/18, Hrsg.: Gesamtverband für Suchthilfe e.V. (GVS) – Fachverband der Diakonie Deutschland, März 2018)

http://www.sucht.org/fileadmin/user_upload/Service/Publikationen/Partnerschaftlich/2018/PS_01_2018.pdf

USA. AMA – American Medical Association Themenseite: End the Epidemic

https://www.end-opioid-epidemic.org/

Neue Kategorie: Kongresse

Hinweise auf Suchtkongresse in diesem Jahr finden Sie in der neuen Kategorie „Kongresse“.

https://www.forum-substitutionspraxis.de/kongresse