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Fluchtmigration: Für eine gute Gesundheit sorgen

Dtsch Arztebl 2022; 119(17): A-764 / B-628

Kajikhina, Katja; Sarma, Navina; Hauer, Barbara; Hövener, Claudia; Dietrich, Martin; Wieler, Lothar H.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/224881

Health-care provision for displaced populations arriving from Ukraine. 

Kamenshchikova A, Margineau I, Munir S, Knights F, Carter J, Requena-Mendez A, Ciftci Y, James RA, Orcutt M, Blanchet K, Veizis A, Kumar B, Noori T, Hargreaves S. 

Lancet Infect Dis. 2022 Apr 8:S1473-3099(22)00225-0. doi: 10.1016/S1473-3099(22)00225-0. Epub ahead of print. PMID: 35405089; PMCID: PMC8993168.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8993168/

Public health issues and health rendezvous for migrants from conflict zones in Ukraine: A French practice guideline. 

Vignier N, Halley des Fontaines V, de Villemeur AB, Cazenave-Roblot F, Hoen B, Chauvin F, Lepelletier D, Chidiac C, Billaud E. 

Infect Dis Now. 2022 Apr 25:S2666-9919(22)00071-9. doi: 10.1016/j.idnow.2022.04.006. Epub ahead of print. PMID: 35483634; PMCID: PMC9040487.

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666991922000719

BÄK. Reinhardt beklagt Organisationsmängel bei Behandlung von Kriegsverletzten

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sieht in Deutschland strukturelle Hindernisse für die medizinische Versorgung von Kriegsverletzten und Kranken aus der Ukraine. „Organisatorisch ist Deutschland nicht gut aufgestellt, um Erkrankte und Schwerverletzte, die in der Ukraine nicht versorgt werden können, zu behandeln“, sagte er den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland heute. (aerzteblatt.de, 19.04.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133443/Reinhardt-beklagt-Organisationsmaengel-bei-Behandlung-von-Kriegsverletzten

Krankenhäuser fordern bundesweite Regelungen für ukrainische Flüchtlinge

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat eine bundesweite Regelung der medizinischen Versorgung von ukrainischen Flüchtlingen gefordert. (aerzteblatt.de, 20.04.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133485/Krankenhaeuser-fordern-bundesweite-Regelungen-fuer-ukrainische-Fluechtlinge

Qualifikationen ukrainischer Ärzte sollen rasch anerkannt werden

Magdeburg – Die Berufsqualifikationen von aus der Ukraine geflüchteten Ärzten und Pflegekräften sollen in Deutschland zügig anerkannt werden.

Darauf haben sich die Gesundheitsminister der Länder gestern in einer Videoschalte geeinigt (…). (aerzteblatt.de, 12.04.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133342/Qualifikationen-ukrainischer-Aerzte-sollen-rasch-anerkannt-werden

Ukraine-Flüchtlinge müssen keine Medikamentenzuzahlungen leisten

Berlin – Geflüchtete aus der Ukraine müssen während der ersten 18 Monate Aufenthalt in Deutschland keine Zuzahlungen für verordnete Arzneimittel bezahlen, die zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zählen. (aerzteblatt.de, 05.04.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133171/Ukraine-Fluechtlinge-muessen-keine-Medikamentenzuzahlungen-leisten

Growing concern over Ukrainian refugee health

Holt, Ed

The Lancet, Volume 399, Issue 10331, 1213 - 1214 

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(22)00568-2/fulltext

Ukraine-Krieg: Ärzte sorgen sich um medizinische Versorgung Geflüchteter

Berlin – Die niedergelassenen Ärzte sorgen sich um die medizinische Versorgung der Geflüchteten aus der Ukraine. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich daher mit einem Schreiben an das Bundeskanzleramt gewendet. Der Brief liegt dem Deutschen Ärzteblatt vor. (aerzteblatt.de, 25.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132905/Ukraine-Krieg-Aerzte-sorgen-sich-um-medizinische-Versorgung-Gefluechteter

Ärzte fordern unbürokratischen und bundesweit einheitlichen Zugang zur medizinischen Versorgung für Ukraine-Flüchtlinge

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat gemeinsam mit weiteren ärztlichen Verbänden eine rasche, unbürokratische und bundesweit einheitlichen Regelung zur medizinischen Versorgung von Ukraine-Flüchtlingen gefordert. (aerzteblatt.de, 21.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132748/Aerzte-fordern-unbuerokratischen-und-bundesweit-einheitlichen-Zugang-zur-medizinischen-Versorgung-fuer-Ukraine-Fluechtlinge

Versorgung Geflüchteter: Asylbewerberleistungsgesetz soll großzügig ausgelegt werden

Berlin – Um die medizinische Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine zeitnah möglichst umfänglich zu gestalten, soll es eine Klarstellung an die zuständigen Kommunen geben, das Asylbewerberleistungsgesetz „weit zu interpretieren“. (aerzteblatt.de, 11.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132450/Versorgung-Gefluechteter-Asylbewerberleistungsgesetz-soll-grosszuegig-ausgelegt-werden

Ukraine-Flüchtlinge erhalten Krankenkassenkarte

Berlin – Flüchtlinge aus der Ukraine können nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) eine Krankenversicherungskarte bekommen sowie Zugang zu Coronatests und -Impfungen. (aerzteblatt.de, 14.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132524/Ukraine-Fluechtlinge-erhalten-Krankenkassenkarte

Lauterbach: Übernehmen zentrale Rolle bei der medizinischen Versorgung der Menschen aus der Ukraine 

Deutschland wird Menschen aus der Ukraine eine "flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung“ anbieten. Das erklärte Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach in Berlin. Sowohl in der Ukraine wie auch in Deutschland sollten Verletzte und Kranke versorgt werden. Der brutale Angriffskrieg Russlands richte sich auch gegen die medizinische Infrastruktur des Landes. Das Gesundheitssystem stehe in der Ukraine teilweise vor dem Zusammenbruch. (BMG – Bundesministerium für Gesundheit, 07.03.2022)

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/medizinische-versorgung-ukraine.html

ECDC: Flüchtende aus der Ukraine benötigen Impfungen

Stockholm – Viele Menschen, die derzeit aus der Ukraine in Länder der Europäischen Union flüchten, sind aufgrund ihrer körperlichen Schwäche und eines oft suboptimalen Impfschutzes, einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hat deshalb eine Liste von Impfungen veröffentlicht, die bei den Flüchtenden eventuell aufgefrischt werden sollten. (aerzteblatt.de, 09.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132411/ECDC-Fluechtende-aus-der-Ukraine-benoetigen-Impfung

Tuberkulose-Behandlung: Kontinuierliche Versorgung von Geflüchteten muss gesichert werden

Mediziner erwarten unter den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auch Tuberkulose-Patientinnen und -Patienten. „Deshalb muss jetzt sichergestellt werden, dass diese Menschen lückenlos medizinisch weiterversorgt werden, damit deren Behandlung Erfolg hat“, sagt Professor Torsten Bauer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Abhängig von der Komplexität dieser bakteriellen Lungenerkrankung kann eine Tuberkulose-Therapie mindestens sechs und teilweise mehr als 20 Monate dauern. „Bei einer Unterbrechung von nur acht Wochen muss die Behandlung wieder von vorne beginnen“, so Professor Tom Schaberg, federführender Autor der deutschen Tuberkulose-Leitlinie. 

Die DGP fordert die Gesundheitspolitik auf, schnellstmöglich die Strukturen für die ambulante und stationäre Versorgung der Geflüchteten personell zu stärken und zugleich die Kostenübernahme unbürokratisch zu garantieren. „Wir haben in Deutschland ausreichend Versorgungskapazitäten. Die Konzepte für solche Notsituationen haben wir längst entwickelt, nur dürfen die Behandler nicht auf den Zusatzkosten sitzen bleiben“, sagt Bauer, Chefarzt einer Berliner Lungenklinik. (Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. 

Tuberkulose gilt als die bakterielle Infektionskrankheit mit der höchsten Zahl an Todesopfern weltweit. In Ländern wie Deutschland mit einer exzellenten Versorgung und Medikamentenbehandlung ist die Tuberkulose in den letzten Jahrzehnten seltener aufgetreten. Betroffen sind im Jahresschnitt fünf von 100.000 Einwohnern. Anders in der Ukraine: hier sind es rund 73 Fälle auf 100.000 Einwohner. Insbesondere der Anteil von Patientinnen und Patienten mit einer multiresistenten Tuberkulose – bei welcher wesentliche Medikamente nicht wirken – ist mit 29 Prozent unter den Neudiagnosen sehr hoch und deren Behandlungserfolg liegt in der Ukraine bei nur etwa 51 Prozent. Hinzu kommt die Problematik von Ko-Infektionen, die eine Tuberkulosebehandlung erheblich erschweren. Bei rund 22 Prozent der ukrainischen Tuberkulose-Patientinnen und -Patienten liegt eine das Immunsystem schwächende HIV-Infektion vor, oft kommt eine Hepatitis-C-Infektion dazu. „In Deutschland existieren in spezialisierten Zentren die notwendigen Behandlungsstrukturen, auch für das komplexe Management von Ko-Infektionen“, sagt Torsten Bauer, der in Personalunion auch Präsident des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) ist. 

(…)

  • Der öffentliche Gesundheitsdienst muss kurzfristig mehr Personal und Budget erhalten, um das Tuberkulose-Screening und notwendige Umgebungsuntersuchungen von Geflüchteten schnellstmöglich zu gewährleisten. 
  • Die Kosten für die stationäre und ambulante Behandlung der multiresistenten Tuberkulose müssen vollständig übernommen und dürfen nicht den Behandlern überlassen werden. Das gilt auch für Kosten, die durch die Unterbringung von Patientinnen und Patienten aus Infektionsschutzgründen entstehen.
  • Die Kostenübernahme der längerfristigen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Ko-Infektionen wie HIV oder einer zusätzlichen Abhängigkeit von intravenösen Drogen muss durch den Gesetzgeber gesichert sein.(Hervorhebung Forum Substitutionspraxis)
  • Verbreitung von Informationen für Ärztinnen und Ärzte, die im Erstkontakt mit den Geflüchteten stehen, um Aufmerksamkeit für die Tuberkulose als Differentialdiagnose zu schaffen (www.dzk-tuberkulose.de und Ratgeber für Tuberkulose des RKI). Mittelfristig muss die Fortbildung der Ärzteschaft in infektionsrelevanten Fragen gefördert werden, um auch zukünftig in Krisensituationen schnell handeln zu können. (DGP - Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, 10.03.2022)

https://idw-online.de/de/news789811

KBV. Übergangslösung: Geflüchtete aus der Ukraine erhalten Behandlungsscheine – Hinweise für Praxen

Die medizinische Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine erfolgt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die zuständigen Ämter der Kommunen stellen dazu Behandlungsscheine aus, mit denen die Menschen einen Arzt aufsuchen können. 

In Notfällen kann die Behandlung auch ohne Behandlungsschein erfolgen. Notwendig ist hierfür ein gemeldeter Aufenthaltsort oder die Unterbringung in einer örtlichen Einrichtung. (KBV-Praxisnachrichten, 08.03.2022)

https://www.kbv.de/html/1150_57290.php

KBV-VV sagt Flüchtlingen bestmögliche Versorgung zu

04.03.2022 - Auf das Schärfste haben KBV und Kassenärztliche Vereinigungen den brutalen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verurteilt. „Der barbarische Überfall ist durch nichts zu rechtfertigen und bringe unvorstellbares Leid über die Menschen in der Ukraine“, heißt es in einer Resolution, die die Delegierten der Vertreterversammlung am heutigen Freitag einstimmig verabschiedeten. 

Zugleich versichern KBV und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) den zu erwartenden Flüchtlingen, ihnen „mit der gesamten Struktur des KV-Systems und der damit verbundenen Unterstützung der Niedergelassenen“ zur Verfügung zu stehen, um „die Betroffenen mit der gesamten vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Kompetenz bestmöglich und unbürokratisch zu versorgen“.

Der Bundesregierung bieten KBV und KVen an, „sie in jeder möglichen Hinsicht zu unterstützen“.  In diesem Zusammenhang bittet die Vertreterversammlung (VV) den Gesetzgeber, „bundesweit die notwendigen Rahmenbedingungen zum Versicherungsschutz der Geflüchteten zu schaffen“. (KBV Praxisnachrichten, 04.03.2022)

https://www.kbv.de/html/1150_57248.php

KBV-VV spricht sich für einen klaren Leistungsanspruch für ukrainische Flüchtlinge aus

(…) KBV und KVen erklären sich bereit, den zu erwartenden Flüchtenden mit der gesamten Struktur des KV-Systems und der damit verbundenen Unterstützung der Niedergelassenen zur Verfügung zu stehen, um die Betroffenen mit der gesamten vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Kompetenz bestmöglich und unbürokratisch zu versorgen.

(…) 

Die Vertreterversammlung der KBV bittet den Gesetzgeber, bundesweit die notwendigen Rahmenbedingungen zum Versicherungsschutz der Geflüchteten zu schaffen. aerzteblatt.de, 04.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132301/KBV-VV-spricht-sich-fuer-einen-klaren-Leistungsanspruch-fuer-ukrainische-Fluechtlinge-aus

Ukrainische Kriegsflüchtlinge: Ersatzkassen und Hochschulmedizin wollen unterstützen

Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat Ländern und Kommunen die Unterstützung bei der Gesundheitsversorgung ukrainischer Kriegsflüchtlinge angeboten und schnelle sowie unbürokratische Lösungen zugesagt. Zuständige Leistungsträger seien zunächst Kommunen bzw. deren Sozialämter. Kassen könnten allerdings auch früher als nach Ablauf der vorgeschriebenen gesetzlichen Wartezeit von 18 Monaten in die Betreuung einsteigen. (aerzteblatt.de, 04.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132286/Ukrainische-Kriegsfluechtlinge-Ersatzkassen-und-Hochschulmedizin-wollen-unterstuetzen

Innungskrankenkassen regen unbürokratische soziale Hilfe für ukrainische Flüchtende an

Berlin – Die Innungskrankenkassen blicken mit Bestürzung auf die derzeitige Entwicklung in der Ukraine nach dem Einmarsch russischer Truppen. Auf Initiative der BIG direkt gesund setzen sich alle sechs Innungskrankenkassen aktiv dafür ein, den sozialversicherungsrechtlichen Schutz der ukrainischen Kriegsflüchtlinge unbürokratisch zu gewährleisten. Hierfür sei es notwendig, dass die EU-Staaten am 3. März 2022 die Massenzustromsrichtlinie in Kraft setzen. (aerzteblatt.de, 02.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132213/Innungskrankenkassen-regen-unbuerokratische-soziale-Hilfe-fuer-ukrainische-Fluechtende-an

Gesundheitsminister diskutieren über Corona-Impfstatus der Ukrainer

Berlin – Der Coronaimpfstatus der zu erwartenden Flüchtlinge aus der Ukraine soll auf Antrag von Bayern bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz am 7. März diskutiert werden.

Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur heute aus Regierungskreisen. Hintergrund des Antrags zur Kaminbesprechung ist demnach die – verglichen mit Deutschland – deutlich niedrigere Impfquote der Menschen in der Ukraine.

Dem Vernehmen nach sollen dort nur rund 35 Prozent mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff vollständig gegen COVID-19 geimpft worden sein. Rund 30 Prozent sollen den in der EU nicht zugelassenen chinesischen Impfstoff Sinovac erhalten haben. (aerzteblatt.de, 02.03.2022)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132223/Gesundheitsminister-diskutieren-ueber-Corona-Impfstatus-der-Ukrainer