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ABDA: Apotheken riskieren Strafen für günstige Medizinal-Cannabisblüten

Patienten berichteten in letzter Zeit immer wieder von Apotheken, die aus Angst vor finanziellen und berufsrechtlichen Konsequenzen die Preise für Cannabis Flos erhöht haben. Konkret geht es hier um Fälle aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat jetzt auf Anfrage bestätigt, dass Apotheken, die Cannabis abgeben, ohne die derzeit heiß diskutierten Aufschläge vollends zu berechnen, eine Ahndung durch die jeweilige Landesapothekenkammer riskieren. Vier zeitgleiche Anfragen bei den Apothekenkammern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen (Lippe) und der Bundesapothekerkammer (BAK) haben übereinstimmend ergeben, dass Cannabis derzeit für rund 24 Euro pro Gramm verkauft werden muss, wenn die Apotheken sich wie gesetzlich vorgeschrieben an die Arnzeimittelpreisverordnung (AmPreisV) halten. (DHV – Deutscher Hanfverband, 01.11.2018)

https://hanfverband.de/nachrichten/news/abda-apotheken-riskieren-strafen-fuer-guenstige-medizinal-cannabisblueten

Cannabis and cannabinoids for the treatment of people with chronic noncancer pain conditions: a systematic review and meta-analysis of controlled and observational studies.

Stockings E, Campbell G, Hall WD, Nielsen S, Zagic D, Rahman R, Murnion B, Farrell M, Weier M, Degenhardt L.

Pain. 2018 Oct;159(10):1932-1954. doi: 10.1097/j.pain.0000000000001293.

https://journals.lww.com/pain/pages/articleviewer.aspx?year=2018&issue=10000&article=00006&type=Fulltext

Medizinalhanf. Deutschland importiert mehr Cannabis aus den Niederlanden

Die Nachfrage nach medizinischem Cannabis in Deutschland ist deutlich größer als erwartet. Nach SPIEGEL-Informationen haben die Niederlande jetzt zugesagt, künftig bis zu 1,5 Tonnen pro Jahr zu liefern. (spiegel.de, 24.08.2018)

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/deutschland-importiert-mehr-medizinisches-cannabis-aus-den-niederlanden-a-1224736.html

Jamaika/Kanada. Jamaica Makes First Shipment Of Medical Marijuana To Canada

Jamaica has made its first shipment of medical marijuana extract oil to Canada.

The shipment marks the first step in positioning Jamaica as the medical marijuana hub for the world.

In making the announcement, Minister of Industry, Commerce, Agriculture and Fisheries Audley Shaw, “Jamaica is uniquely positioned to be a global player and we are committed to providing the leadership and resources required for opening the international markets including Canada and Europe for our licensed and regulated Jamaican companies.” (Jamaica Gleaner, Jamaika, 27.09.2018)

http://jamaica-gleaner.com/article/news/20180927/jamaica-makes-first-shipment-medical-marijuana-canada

Krankenkassenkosten für Medizinalcannabis explodieren

Berlin – Die Kosten für Medizinalcannabis sind stark gestiegen: Während die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Juni 2017 noch 2,31 Millionen Euro für cannabishaltige Fertigarzneimittel, -Zubereitungen und -Blüten ausgegeben hat, lag der Bruttoumsatz für Cannabisausgaben allein im Monat April 2018 bereits bei etwa 5,36 Millionen Euro. Das teilte der GKV-Spitzenverband auf Anfrage desDeutschen Ärzteblattesmit. (aerzteblatt.de, 03.08.2018)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96908/Krankenkassenkosten-fuer-Medizinalcannabis-explodieren

Medizinalhanf: Mängelmeldung

Liebe betroffene Patienten

Es deutet z.Z. alles darauf hin, dass erneut gravierende Lieferausfälle diverser Sorten von Apotheken-Cannabis stattfinden.
Wir haben daher einen Mängelmelder eingerichtet, mit dem Ihr/Sie Lieferausfälle an die zuständigen Stellen melden könnt/können, damit diese ggfs. Abhilfe schaffen. Der Mängelmelder geht an das BfArM, Drogenpolitische Sprecher, Büro der Drogenbeauftragten, Bundesministerium für Gesundheit. (SCM – Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin, 18.09.2018)

https://selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de/maengelmeldung

IQWiG sieht Zusatznutzen von Cannabis sativa bei Spastik infolge von MS

Köln – Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Spastik aufgrund von Multipler Sklerose (MS), die nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimitteltherapie angesprochen haben und die eine klinisch erhebliche Verbesserung während eines Anfangstherapieversuchs aufzeigen, können von einer Zusatztherapie mit Cannabis sativa profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer neuerlichen Bewertung von Studiendaten, die der pharmazeutische Unternehmer vorgelegt hat. (aerzteblatt.de, 02.08.2018)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96873/IQWiG-sieht-Zusatznutzen-von-Cannabis-sativa-bei-Spastik-infolge-von-MS

Emerging Evidence for Cannabis' Role in Opioid Use Disorder.

Wiese B, Wilson-Poe AR.

Cannabis Cannabinoid Res. 2018 Sep 1;3(1):179-189. doi: 10.1089/can.2018.0022. 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6135562/

Bundesverfassungsgericht: Verfassungsbeschwerde betreffend die Versorgung mit Medizinalcannabis zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen nicht zur Entscheidung angenommen (Beschluss) 

BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 26. Juni 2018 
- 1 BvR 733/18 - Rn. (1-8),
http://www.bverfg.de/e/rk20180626_1bvr073318.html

Restored Self: A Phenomenological Study of Pain Relief by Cannabis.

Lavie-Ajayi M, Shvartzman P.

Pain Med. 2018 Sep 12. doi: 10.1093/pm/pny176. 

Abstract

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30215782

Bundesverfassungsgericht: Verfassungsbeschwerde betreffend die Versorgung mit Medizinalcannabis zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen nicht zur Entscheidung angenommen (Pressemitteilung) 

(...) Die Entscheidung des Landessozialgerichts, in der dem Beschwerdeführer die Versorgung mit Medizinalcannabis untersagt wurde, verstößt nicht gegen Art. 19 Abs. 4 GG.

Das Landessozialgericht hat in seiner Entscheidung festgestellt, dass keine Aussicht auf eine spürbare Verbesserung des Krankheitsverlaufs von Cluster-Kopfschmerzen durch die Versorgung von Cannabis besteht und dabei ein Gutachten des medizinischen Dienstes zugrunde gelegt. Das Gutachten wiederum stützt sich auf drei Veröffentlichungen, die unter anderem zu dem Ergebnis kommen, dass Cannabis diesen Patienten nur empfohlen werden kann, wenn eine bis dato nicht vorliegende, kontrollierte Studie Erfolge zeigen sollte. Diese Erwägungen und Feststellungen lassen eine hinreichende Prüfung der Voraussetzungen für die Versorgung mit Cannabis gemäß § 31 Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 SGB V erkennen und erfüllen damit die Anforderungen gemäß Art. 19 Abs. 4 GG für die Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes. (Bundesverfassungsgericht, Pressemitteilung Nr. 61/2018 vom 20. Juli 2018)

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/bvg18-061.html

High-intensity cannabis use is associated with retention in opioid agonist treatment: a longitudinal analysis.

Socías ME, Wood E, Lake S, Nolan S, Fairbairn N, Hayashi K, Shulha HP, Liu S, Kerr T, Milloy MJ.

Addiction. 2018 Sep 20. doi: 10.1111/add.14398.

Abstract

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30238568

Suchtmedizin: Mit Cannabis gegen Opiat-Verlangen?

Substitutionstherapie mal anders: Einer aktuellen Pilotstudie der Ludwig-Maximilians-Universität München zufolge könnte Cannabis bei Opiatabhängigen den Suchtdruck lindern. Da Cannabis eine höhere therapeutische Breite hat als etwa Methadon, sehen die Forscher ein mögliches Potenzial für die Hanfpflanze in der Suchtmedizin. Klinische Studien sind in Planung. (DAZ – Deutsche Aüpotheker Zeitung, 23.07.2018)

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/07/20/suchtmedizin-mit-cannabis-gegen-opiat-verlangen

Wissenschaft/Mensch: Drogenabhängige befolgen häufiger eine Opioid-Ersatztherapie, wenn sie Cannabis konsumieren

In einer großen Studie mit 820 Menschen, die illegale Drogen konsumierten und sich einer Opioidagonist-Therapie unterzogen, war die Befolgung der Behandlung besser, wenn sie gleichzeitig mindestens täglich Cannabis konsumierten. Wissenschaftler des Zentrums für Substanzkonsum von British Columbia in Vancouver (Kanada) veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Addiction. Die Teilnehmer begannen ihre Behandlung mit Methadon oder Buprenorphin/Naloxon zwischen September 1996 und Mai 2016. Der wichtigste Zielparameter war die Beibehaltung der Behandlung, definiert als Beibehaltung der Behandlung (auf der Basis von Methadon oder Buprenorphin/Naloxon) für zwei aufeinanderfolgende 6-monatige Beobachtungszeiträume.

Mindestens täglicher Cannabiskonsum zusätzlich zu Methadon oder Buprenorphin war im Vergleich zu Nichtkonsumenten von Cannabis oder weniger Konsumierenden positiv mit einer Beibehaltung der Behandlung assoziiert. Die Autoren folgerten, dass bei „Menschen in Vancouver, die illegale Drogen konsumieren und mit einer Opioidagonist-Behandlung beginnen, mindestens täglicher Cannabiskonsum mit einer etwa 21 % größeren Wahrscheinlichkeit für die Beibehaltung der Therapie verglichen mit weniger als täglichen Konsum verbunden ist“. (IACM-Informationen vom 29. September 2018)

http://www.cannabis-med.org/german/bulletin/ww_de_db_cannabis_artikel.php?id=547#2

Medical Cannabis Legalization and Opioid Prescriptions: Evidence on US Medicaid Enrollees during 1993-2014.

Liang D, Bao Y, Wallace M, Grant I, Shi Y.

Addiction. 2018 Jul 10. doi: 10.1111/add.14382.

Abstract

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29989239

Medizinalhanf: Sind Cannabisblüten tatsächlich oder „gefühlt“ zu teuer?

Als „unverhältnismäßig teuer“ bezeichnete die Barmer Cannabisblüten vor wenigen Tagen in einer Stellungnahme. Doch sind die Blüten wirklich kostspieliger als andere Cannabis-Präparate und auf welcher Grundlage basiert dieser Vergleich? DAZ.online befragte dazu Kassen, Hersteller, Importeure und den Cannabisexperten Dr. Franjo Grotenhermen. (Deutsche Apothekerzeitung, 31.08.2018)

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/08/31/teure-cannabisblueten-mythen-und-fakten/chapter:all

Neue Ausschreibung: BfArM stockt Cannabisvolumen auf

Bonn – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat heute eine neue Ausschreibung für den Anbau und den Kauf von Cannabis zu ausschließlich medizinischen Zwecken veröffentlicht. Die Ausschreibung umfasst jetzt statt ursprünglich geplanten 6,6 Tonnen ein Gesamtvolumen von 10,4 Tonnen Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2.600 Kilogramm. Eine erste Ausschreibung hat das BfArM aufgrund eines Beschlusses des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom März 2018 aufheben müssen. (aerzteblatt.de, 20.07.2018)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96618/Neue-Ausschreibung-BfArM-stockt-Cannabisvolumen-auf

Kann Cannabis Schmerzen wirklich lindern?

Schmerzen gehören zu den wichtigsten Anwendungsgebieten von medizinischem Cannabis und die meisten Anwender scheinen mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Wie die Wirkung zustande kommt, ist jedoch nicht genau bekannt und die Experimente zur analgetischen Wirkung sind keineswegs eindeutig, wie eine aktuelle Metaanalyse zeigt. (aerzteblatt.de, 21.09.2018)

https://www.aerzteblatt.de/blog/98040/Kann-Cannabis-Schmerzen-wirklich-lindern

SUCHTMEDIZIN: Cannabis als Substitutionsmittel

Berlin - Das Potenzial der Cannabispflanze in der Suchtmedizin ist noch wenig erforscht. Bisher gibt es Hinweise darauf, dass Cannabidiol (CBD) die morphinabhängige Belohnungsreaktion im Gehirn und die Rückfallrate bei Morphinabhängigkeit reduzieren kann. Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München legen nahe, dass Patienten mithilfe von Cannabis das Verlangen nach Suchtmitteln wie Alkohol, Benzodiazepine oder Opioide reduzieren können. (apotheke adhoc, 17.07.2018)

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/cannabis-als-substitutionsmittel-suchtmedizin/

Association of Cannabinoid Administration With Experimental Pain in Healthy AdultsA Systematic Review and Meta-analysis.

De Vita MJ, Moskal D, Maisto SA, Ansell EB. JAMA Psychiatry.Published online September 19, 2018. doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.2503

https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2701671

Simplified guideline for prescribing medical cannabinoids in primary care. 

Allan GM, Ramji J, Perry D, Ton J, Beahm NP, Crisp N, et al. 

Can Fam Physician. 2018;64:111–20. (Eng), e64–75 (Fr).

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5964385/

Effectiveness of Raw, Natural Medical Cannabis Flower for Treating Insomnia under Naturalistic Conditions.

Vigil JM, Stith SS, Diviant JP, Brockelman F, Keeling K, Hall B.

Medicines (Basel). 2018 Jul 11;5(3). pii: E75. doi: 10.3390/medicines5030075.

http://www.mdpi.com/2305-6320/5/3/75

Cannabis and the doctor-patient relationship.

Charbonneau G.

Can Fam Physician. 2018 Jun;64(6):477. 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5999253/

Patient-Reported Symptom Relief Following Medical Cannabis Consumption

Sarah S. Stith, Jacob M. Vigil, Franco Brockelman, Keenan Keeling and Branden Hall

Front. Pharmacol., 28 August 2018 | doi.org/10.3389/fphar.2018.00916 

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fphar.2018.00916/full

Cannabis and Cannabinoids (PDQ®): Health Professional Version.

PDQ Integrative, Alternative, and Complementary Therapies Editorial Board.

PDQ Cancer Information Summaries [Internet]. Bethesda (MD): National Cancer Institute (US); 2002-.
2018 Jun 19.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK65755/

Cannabisversorgung: Bundesversicherungsamt weist einzelne Kassen zurecht

Bonn – Das Verfahren für die Kostenübernahme einer Therapie mit Cannabisarzneimitteln hat sich grundsätzlich bewährt – von Ausnahmen abgesehen. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesversicherungamt (BVA) in seinem neuen Jahresbericht. (aerzteblatt.de, 30.08.2018)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97498/Cannabisversorgung-Bundesversicherungsamt-weist-einzelne-Kassen-zurecht

USA. FDA Approves First Drug Derived from Marijuana

Last week, the Food and Drug Administration (FDA) approved Epidiolex® (cannabidiol, or CBD), a medication extracted from marijuana, for the treatment of two severe pediatric seizure disorders, Lennox-Gastaut syndrome and Dravet syndrome. CBD is a compound typically found in very small quantities in the marijuana plant, and it has been of interest to scientists and the public for several years due to its anti-seizure properties and other possible therapeutic benefits. The approval comes at the end of a four-year series of trials showing the benefits of CBD in relieving the symptoms of these seizure disorders, which are highly resistant to existing treatments. (FDA, Nora’s blog, 02.07.2018)

https://www.drugabuse.gov/about-nida/noras-blog/2018/07/fda-approves-first-drug-derived-marijuana

Effect of Cannabidiol on Medial Temporal, Midbrain, and Striatal Dysfunction in People at Clinical High Risk of Psychosis - A Randomized Clinical Trial.

Bhattacharyya S, Wilson R, Appiah-Kusi E, et al. 

JAMA Psychiatry.Published online August 29, 2018. doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.2309

https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2697762