Z51.83G – Forum Substitutionspraxis Ausgabe 106
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Z51.83G – Forum SubstitutionspraxisMonatsrundbrief Ausgabe 106, 08. April 2026 |
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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
seit Anfang des Monats haben langjährige Raucherinnen und Raucher Anspruch auf ein niedrigdosiges Lungen-CT zur Früherkennung eines Bronchialtumors. Die Untersuchung wird die hausärztlich-allgemeinmedizinischen Standards in der Opioidsubstitution ergänzen, aus gutem Grund.
Change.org hat eine Kampagne zur Rettung der Suchtklinik für Kinder und Jugendliche in Ahlhorn / Niedersachsen angeschoben. Das Thema hat mittlerweile weite Kreise gezogen.
Dürfen statt der intakten Substitol-Kapseln auch der Inhalt, die Pellets, unter Sicht verabreicht werden, um ein Herausschmuggeln des Medikaments im Mund zu verhindern? Was sagt die Fachinformation des Herstellers Mundipharma (4.2 Dosierung und Art der Anwendung) vom Juli 2024?
„Substitol-Kapseln sollten im Ganzen unzerkaut eingenommen werden. Alternativ können die in den Substitol-Kapseln enthaltenen Retard-Pellets direkt eingenommen werden. Dafür können die Kapseln geöffnet und die Retard-Pellets (in einen trockenen Becher gefüllt) sofort danach in den Mund genommen und mit ausreichend Wasser geschluckt werden.
Die Retard-Pellets müssen auf jeden Fall unzerkaut und unzerkleinert geschluckt werden.“
Methadon - Die EMA hat kürzlich Methadon überprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, die Wirkung von Methadon auf den Sphincter oddi, auf die Entwicklung einer Hyperalgesie und bei Einnahme in der Schwangerschaft neu zu bewerten.
Substitutionsärzte haben einen Anspruch auf Befreiung von der Teilnahmepflicht am Ärztlichen Bereitschaftsdienst, hat das Amtsgericht Marburg entschieden. subLetter (2/2026) hat darüber zuerst berichtet (Anmeldung erforderlich).
Schweiz. Der Rückzug des Subutex-Herstellers Indivior aus europäischen Märkten hat in der Schweiz zu einem Lieferengpass geführt, der noch bis Mitte Juli anhalten soll, teilt die Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin mit.
Substitutionspraxis gehackt. Cyberangriffe auf Krankenhäuser, Krankenversicherungen und Arztpraxen nehmen zu. Kürzlich hat es eine Substitutionspraxis in Nordrhein-Westfalen erwischt. Auch der Herausgeber dieses Rundbriefes, CompWare Medical, war bereits Ziel von Hackern. Erfolglos, weil die Firma einen „umfangreichen Schutz“ betreibt und ein externes Sicherheitsunternehmen stets für Aktualisierungen sorgt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezeichnet die IT-Sicherheit von Softwareprodukten im Gesundheitswesen als „ausbaufähig“. Bei Heise online findet sich eine ausführliche Auflistung, wie sich Unternehmen, also auch Praxen und Drogenhilfeenrichtungen, gegen Cyberangriffe wappnen können.
Eine AutorInnengruppe aus Deutschland hat unlängst diesen Artikel „Stigma from healthcare professionals and care-limiting behaviors in individuals with substance use disorders: a mixed-methods study“ in Lancet Regional Health Europe veröffentlicht: „Stigma from HCPs is a quantifiable contributor of treatment disengagement, representing a direct threat to patient safety and a major contributor to the SUD treatment gap.“
Welche suchtmedizinischen Kongresse im ersten Halbjahr stattfinden, finden Sie hier. Und die Webinare der kommenden Wochen hier.
Weitere ausgewählte Veröffentlichungen zur Opioidkrise, Opioidsubstituten, Versorgungspraxis, Schadensminderung, Drogenpolitik im In- und Ausland, Substanzen, Begleitkrankheiten u.a.m. finden Sie auf der Homepage in den monatlichen Neuheiten. Im Menu (rechts oben auf der Seite) können Sie die einzelnen Rubriken auch direkt ansteuern.
Die nächste reguläre Ausgabe von Z51.83G FORUM SUBSTITUTIONSPRAXIS erscheint am 13. Mai 2026, also wie gewohnt am zweiten Mittwoch des Monats.
Viel Spaß beim Lesen und empfehlen Sie uns weiter!
Hans-Günter Meyer-Thompson
Zuschriften an: info@compwaremedical.de
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