Z51.83G – Forum Substitutionspraxis Ausgabe 105
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Z51.83G – Forum SubstitutionspraxisMonatsrundbrief Ausgabe 105, 11. März 2026 |
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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
in der Fachzeitschrift Substance Use erschien im Januar dieser Artikel: Buprenorphine Use and the Risk of Dental Adverse Events in Patients With Opioid Use Disorder.
Die Veröffentlichung hat praktische Bedeutung: Buprenorphin ist chemisch sauer. Bei der mehrminütigen Auflösung im Mundraum hat das Auswirkungen auf den Zahnschmelz. Der Ratschlag der Deutschen Apothekerzeitung: „Spülen nicht putzen“.
EBM. In einem weiteren Gespräch mit der KBV hat der DGS-Vorstand sein EBM-Modell erneut erläutert. Dieses sieht vor, die EBM-Ziffer 01949 (Abgabe eines Substitutionsrezepts) höher zu bewerten und die 01950 (Einnahme unter Sicht in der Praxis) mit gekürzter Zeitvorgabe geringer zu bewerten. Die 01953 (Injektion eines Buprenorphindepots) soll höher bemessen werden und neben der Quartalspauschale abgerechnet werden können. Die Gesprächsziffer 01952 soll mehr als vier Mal erbracht werden können. Und schließlich soll eine Koordinierungspauschale für delegierte Vergaben geschaffen werden (Beratungsstellen, häusliche Krankenpflege, Apotheken etc.). Die Vorschläge für eine Pauschalabrechnung sind vom Tisch. Die KBV will das Modell noch einmal durchrechnen und dann soll es in die medizinischen Gremien der KBV gehen.
Essen. Im Juni 2025 eröffnete die Suchthilfe Essen eine Diamorphinambulanz. „Mit 850.000 Euro hat sie viel Geld gekostet. Seitdem wurden dort rund 15 Patientinnen und Patienten behandelt. Im Moment gibt es aber niemanden, der für die Behandlung in Frage kommt oder sich dafür entschieden hat“, berichtet Radio Essen Ende Februar. Die Gründung einer Ambulanz in privater Trägerschaft war zuvor gescheitert.
Die Lücke schließen: Wie Schnelltests und Labordiagnostik bei neuen Opioiden zusammenspielen, lautet der Gastbeitrag von Dr. Tobias Scholl, CEO der ESA-Test GmbH, einem Tochterunternehmen der nal von minden GmbH: „Die Prävalenz synthetischer Opioide ist ein anhaltendes Problem – sowohl für die Strafverfolgungsbehörden als auch für die Substitutionsmedizin. Gleichzeitig stellen wir fest, dass viele Ärztinnen und Ärzte sich unsicher fühlen, wenn es um Nachweismethoden und die Einordnung verschiedener Testverfahren geht. Genau hier möchten wir etwas Orientierung geben: Was kann ein Schnelltest heute wirklich leisten? Wo liegen die Grenzen der Labordiagnostik? Und warum sind manche Substanzen so schwer nachweisbar?“
Und diese Sendung des NDR entstand praktisch in Sichtweite der Redaktion von Forum Substitutionspraxis: Hamburg. Koks am Kai – Wer stoppt die Hafenschmuggler? (Video).
Welche suchtmedizinischen Kongresse im ersten Halbjahr stattfinden, finden Sie hier. Und die Webinare der kommenden Wochen hier. Weitere ausgewählte Veröffentlichungen zur Opioidkrise, Opioidsubstituten, Versorgungspraxis, Schadensminderung, Drogenpolitik im In- und Ausland, Substanzen, Begleitkrankheiten u.a.m. finden Sie auf der Homepage in den monatlichen Neuheiten. Im Menu (rechts oben auf der Seite) können Sie die einzelnen Rubriken auch direkt ansteuern.
Die nächste reguläre Ausgabe von Z51.83G FORUM SUBSTITUTIONSPRAXIS erscheint am 8. April 2026, also wie gewohnt am zweiten Mittwoch des Monats. Viel Spaß beim Lesen und empfehlen Sie uns weiter! Eine Auswertung der Nutzungsdaten ergab Anfang letzten Jahres, dass Forum Substitutionspraxis täglich mehrere hundert Male aufgerufen wird.
Hans-Günter Meyer-Thompson
Zuschriften an: info@compwaremedical.de
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