Z51.83G – Forum Substitutionspraxis Ausgabe 104
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Z51.83G – Forum SubstitutionspraxisMonatsrundbrief Ausgabe 104, 11. Februar 2026 |
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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
am 1. Februar ist Rita Süssmuth im Alter von 88 Jahren gestorben. „Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesgesundheitsministerin verhinderte Ausgrenzung und legte die Grundlagen für die erfolgreiche deutsche HIV-Prävention“, heißt es im Nachruf der Deutschen Aidshilfe: „So führte die HIV-Prävention der „Süssmuth-Linie“ zur Einführung der Vergabe steriler Spritzen und zur Substitutionstherapie für heroinabhängige Menschen – seitdem unverzichtbare Standards. Darüber hinaus trug sie zur Emanzipation der besonders stark betroffenen Gruppen, etwa schwuler Männer, bei.“ Jan Feddersen gab seinem Nachruf in der taz den Titel „Die Nächstenliebende“.
Der Bericht zum Substitutionsregister 2025 meldet, dass die Zahl der substituierenden Ärztinnen und Ärzte erneut zurückgegangen ist, von 2434 im Jahr 2024 auf 2373 im letzten Jahr. Die Zahl der medikamentös behandelten Opioidabhängigigen ist von 81.600 gegen Ende der Covid-19-Pandemie auf 78.800 gefallen. Vier von zehn Substituierten erhalten Levomethadon, ein Drittel D-L-Methadon und ein Viertel Buprenorphin. Für Morphin werden 3,1 Prozent angegeben, für Diamorphin 1,9 Prozent.
Anfang Februar wurde der jährliche Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) zur Situation illegaler Drogen in Deutschland vorgestellt. „Im Gegensatz zu dieser relativen Stabilität des Konsums in der Allgemeinbevölkerung zeigt sich an den Drogentodesfällen ein Trend zum komplexen, hochriskanten Mischkonsum: In fast 80 Prozent aller Drogentodesfälle im Jahr 2024 wurden mehrere Substanzen nachgewiesen. (…) Zudem stieg 2024 der Anteil junger verstorbener Personen bis 29 Jahre an. Der Bericht zeigt zudem Veränderungen am Drogenmarkt auf: Die Heroinreinheit im „Großhandel“ ist von 32,5 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 11,3 Prozent im Jahr 2024 gefallen. Mit dieser Entwicklung geht ein erhöhtes Risiko für gefährliche Streckungen mit neuen, hochpotenten synthetischen Opioiden einher,“ erläutert die Presseerklärung des Bundesdrogenbeauftragten und des Münchner Instituts für Therapieforschung.
Berlin. Obdachlosigkeit und Kälte - Wenn die Straße zu kalt wird … dann öffnet Fixpunkt seinen Drogenkonsumraum am Kotti nachts für Obdachlose.
Die Stadt Köln will nach Zürcher Vorbild Drogenhilfezentren einrichten, um „den öffentlichen Raum in der Stadt zu entlasten“. Dagegen regt sich Protest rund um den ausgewählten Standort. Der Rat der Stadt Köln hat jetzt den Bedarf festgestellt und die Verwaltung mit der Planung beauftragt (Homepage – Suchmaske – Stichwort Köln – mehrere Artikel) Das Ökumenische Klinikum Hainichen (Mühlhausen/Thüringen) bietet dieses Jahr mehrere Weiterbildungen an: Suchtmedizinische Versorgung für Medizinische Fachangestellte und Arzthelfer/innen nach dem Fortbildungscurriculum der Bundesärztekammer, einen Praxisworkshop Substitution und den Kompaktkurs Suchtmedizinische Grundversorgung für Ärztinnen und Ärzte. Noch sind Plätze frei. Buchtipp: Suchtmedizin für Nicht-Mediziner - Das Handbuch für die Suchthilfe.
Weitere ausgewählte Veröffentlichungen zur Opioidkrise, Opioidsubstituten, Versorgungspraxis, Schadensminderung, Drogenpolitik im In- und Ausland, Substanzen, Begleitkrankheiten u.a.m. finden Sie auf der Homepage in den monatlichen Neuheiten. Im Menu (rechts oben auf der Seite) können Sie die einzelnen Stichworte auch direkt ansteuern.
Die nächste reguläre Ausgabe von Z51.83G FORUM SUBSTITUTIONSPRAXIS erscheint am 11. März 2026, also wie gewohnt am zweiten Mittwoch des Monats.
Viel Spaß beim Lesen und empfehlen Sie uns weiter! Eine Auswertung der Nutzungsdaten ergab Anfang letzten Jahres, dass Forum Substitutionspraxis täglich mehrere hundert Male aufgerufen wird.
Hans-Günter Meyer-Thompson
Zuschriften an: info@compwaremedical.de
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