A- A A+

Prof. Dr. Andreas Koch, Dr. Theo Wessel

Die Zahl der Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung ist seit vielen Jahren unverändert, die volkswirtschaftlichen Kosten und die gesellschaftlichen Folgen sind enorm, und der Behandlungsbedarf ist weiterhin hoch. Dennoch häufen sich seit rund fünf Jahren die Meldungen über Schließungen, Bettenreduzierungen und Zusammenlegungen bei Suchtreha-Einrichtungen. In den Jahren 2013 bis 2016 hat beispielsweise der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) 15 Mitgliedseinrichtungen mit rund 700 Behandlungsplätzen (= zehn Prozent) verloren. Das ist ein größerer Verlust als 1997 in der so genannten Rehakrise im Zusammenhang mit dem Wachstums- und Beschäftigungsförderungsgesetz (WFG). Der Gesamtverband für Suchthilfe (GVS) – Fachverband der Diakonie Deutschland ist ebenfalls durch Klinikschließungen (etwa 200 Behandlungsplätze) in den letzten drei Jahren betroffen. Eine ähnlich dramatische Situation hat es in dem knapp 60-jährigen Bestehen des GVS noch nicht gegeben. Es ist wohl nicht übertrieben, in diesem Zusammenhang von einem ‚Kliniksterben’ in der Suchtrehabilitation zu sprechen. (konturen online, Tielthema 2/2016)

https://www.konturen.de/titelthema/titelthema-2-2016-suchtrehabilitation/ein-gespenst-geht-um-in-deutschland/

Marketed New Drug Delivery Systems for Opioid Agonists/Antagonists Administration: A Rapid Overview.

Soltani H, Pardakhty A.

Addict Health. 2016 Apr;8(2):115-122. Review.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5115645/

Die aktuelle Befragung von 2015 ermöglicht einen Rückblick auf 14 Jahre Drogentrends. Nach den aktuellen Befragungen setzt sich beispielsweise der Trend fort, dass Jugendliche weniger zu Alkohol und herkömmlichen Zigaretten greifen, dafür steigt der regelmäßige, intensive Cannabiskonsum weiter an. Auch Ecstasy und Speed spielen für mehr Jugendliche wieder eine Rolle. Umgekehrt nehmen immer mehr Jugendliche überhaupt keine Drogen – weder legale noch illegale – und auch das Alter beim Erstkonsum ist seit Studienbeginn signifikant gestiegen. (CDR - Centre for Drug Research, Goethe Universität, Frankfurt am Main, 2016)

https://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/MoSyD_Jahresbericht-2015.pdf

Arzneimittel: Sachliche Informationen für den Arzt

Dtsch Arztebl 2016; 113(48): A-2218 / B-1830 / C-1806

Stammschulte, Thomas; Ludwig, Wolf-Dieter

Rote-Hand-Briefe sind Ärzten vertraut: Sie informieren über neu erkannte Arzneimittelrisiken. Ab Dezember werden auch Ärzte Informationen mit dem Blaue-Hand-Symbol erhalten. Es kennzeichnet offizielles Schulungsmaterial.

http://www.aerzteblatt.de/archiv/184319/Arzneimittel-Sachliche-Informationen-fuer-den-Arzt

Berlin – (...) Sozialverbände würdigten die nach Protesten vorgenommenen Änderungen am Gesetzentwurf, drängten aber auf weitere Nachbesserungen. (aerzteblatt.de, 01.12.2016)

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71782

Summary

Contingency management is a general behavioural intervention technique used in the treatment of drug dependence. This EMCDDA Paper contains a systematic review of studies on the effectiveness of contingency management when used alongside the pharmacological treatment of dependence. The 38 studies concerned related to people using various drugs, and were complemented by three economic studies. The analysis contained in the Paper concludes that contingency management is a feasible and promising adjunct to treatment for drug users. (EMCDDA, Lissabon, Oktober 2016)

http://www.emcdda.europa.eu/publications/papers/contingency-management-systematic-review

Berlin – Nach einer Welle von Kritik bessert die Koalition ihre geplante Großreform des Behindertenrechts in letzter Minute nach. Union und SPD wollen den geänderten Entwurf des Bundesteilhabegesetzes an diesem Donnerstag im Bundestag beschließen. Korrekturen am ursprünglichen Regierungsentwurf habe es etwa beim Zugang zur Eingliederungshilfe gegeben, teilten die Sozialpolitiker Karl Schiewerling (CDU), Katja Mast (SPD) und Stephan Stracke (CSU) heute in Berlin mit. (aerzteblatt.de, 28.11.2016)

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71686

Berlin – Nach einer Welle von Kritik bessert die Koalition ihre geplante Großreform des Behindertenrechts in letzter Minute nach. (aerzteblatt.de, 28.11.2016)

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71686

Addressing addiction in the USA

The Lancet , Volume 388 , Issue 10060 , 2565

http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)32382-0/fulltext

Mit dem Reitox-Bericht 2016 erscheint das aktuelle Standardwerk zur Situation illegaler Drogen in Deutschland. Der ca. 20-seitige deutschsprachige Kurzbericht und das Factsheet geben einen kurzen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Ausführliche Informationen zu einzelnen Themen finden sich in den jeweiligen Workbooks in deutscher und englischer Sprache.(Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, November 2016)

http://www.dbdd.de

GVS – Gesamtverband für Suchthilfe e.V., Fachverband der Diakonie in Deutschland

PARTNERschaftlich Infodienst 03/16

Ende des Jahres soll das Bundesteilhabegesetz vom Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Die Gesetzesänderung ging mit einer hohe Beteiligung und zugleich auch hohem Widerstand von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen einher. So demonstrierten am 07.11.2016  mehr als 3.000 Menschen vor dem Paul-Löbe-Haus gegen die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes, während eine Anhörung im Bundestag stattfand. Im Vorfeld wurden beim Bundesrat und in verschiedenen Gremien über 100 Forderungen zur Gesetzesänderung eingereicht. Von der Politik kommt die Kritik, die Verbände instrumentalisieren die Menschen mit Beeinträchtigungen, um ihre Interessen und insbesondere die der großen Einrichtungen durchzusetzen. 

Bleibt auf der Grundlage des Bundesteilhabegesetzes der Zugang zum bewährten Leistungssystem für Menschen mit Abhängigkeitserkrankung noch erhalten? Wie wird die Finanzierung der strukturellen Rahmenbedingungen gestaltet, wenn Grundleistungen und Maßnahmeleistungen in der Finanzierung getrennt sind? Wie wird zukünftig im Zusammenhang mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz PSG III die Schnittstelle zur Pflege gestaltet, insbesondere wenn im Bundesteilhabegesetz der Vorrang der Pflegeleistung geregelt ist und die Eingliederungshilfeleistung nicht parallel gewährt wird? Werden dann mehr Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen in Pflegeheimen vorrangig Pflegeleistungen statt Eingliederungshilfeleistungen erhalten? War bei der Gesetzeserarbeitung die Gruppe der Menschen mit Suchterkrankungen im Blick oder führt dieses Gesetz zur Exklusion statt zur Inklusion dieser Personengruppe?

Wir wünschen Ihnen, dass Sie auf verschiedene Fragen in dieser Ausgabe Antworten und an Hand der Best-Practice-Beispiele Ideen finden, wie Sie Sozialräume verändern können und das Gesetz in den Ausführungen und in der Umsetzung mit gestalten.

http://www.sucht.org/fileadmin/user_upload/Service/Publikationen/Partnerschaftlich/2016/PS_03-16.pdf 

Prof. Dr. Auwärter zu Substanzanalysen

Prof. Dr. Stöver zum Stand der Regulierungsbemühungen

Rainer Ullmann zum Stand der Änderungen der BtMVV

Dr. Bernd Werse zu Crystal und NPS

Michael Kleim zu Menschenrechten und Drogenpolitik

Dr. Henrik Jungaberle zu Risikokompetenz:

Dirk Schäffer Blitzlicht zu Fentanyl

Astrid Leicht Blitzlicht zu Konsumutensilien

Olaf Ostermann Blitzlicht zu Naloxon

Kerstin Dettmer und Urs Köthner zu Drogenkonsumräumen

Patrik Maas zum Fachtag Lust und Rausch

Rolf Bergmann zu Strukturveränderungen in der akzeptierenden Drogenhilfe

http://www.akzept.org/pro_kongress.html

Berlin – Das geplante Bundesteilhabegesetz (BTHG) steht in der Kritik: Bei einer Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales forderte eine Mehrheit von Experten Nach­besserungen. (aerzteblatt.de, 08.11.2016)

http://m.aerzteblatt.de/news/71338.htm

Die Unterarbeitsgruppe „Teilhabe am Arbeitsleben“ des Drogen- und Suchtrats der Bundesregierung hat unter Leitung der DHS sein Papier „Arbeit, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Suchterkrankungen“ erstellt. Dieses Papier wurde am 26. September 2016 vom Drogen- und Suchtrat verabschiedet:

http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/Beschlussfassg-AG_Teilhabe-Zentrale_Empfehlungen.pdf

Heroin use has reached epidemic numbers. In previous years, heroin use was considered an inner city problem concentrated among minorities and the poor. How true are these assumptions now? This study took a closer look among treatment seeking population. (Recovery Research Institute, Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Oktober 2016)

http://www.recoveryanswers.org/pressrelease/white-suburban-and-addicted-to-heroin/

Inhalte und Ziele der zweiten Phase der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker

Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. , August 2016

http://www.suchthilfe.de/informationen/grundsatzpapier-adaption-2016-08-24.pdf

Berlin. Patienten haben seit 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen sogenannten bundeseinheitlichen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen beziehungsweise anwenden. Die Anwendung muss dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – vorgesehen sein. (KBV, 29.09.2016)

http://www.kbv.de/html/medikationsplan.php

Contingency management is a general behavioural intervention technique used in the treatment of drug dependence. This EMCDDA Paper contains a systematic review of studies on the effectiveness of contingency management when used alongside the pharmacological treatment of dependence. The 38 studies concerned related to people using various drugs, and were complemented by three economic studies. The analysis contained in the Paper concludes that contingency management is a feasible and promising adjunct to treatment for drug users. (EMCDDA, Portugal, Oktober 2016) http://www.emcdda.europa.eu/publications/papers/contingency-management-systematic-review

Und nach zehnjähriger Laufzeit seines Vorgängers hat der DHS Vorstand nunmehr den „Deutschen Kerndatensatz 3.0 zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe“ veröffentlicht. Da auch die Bundesländer dem Standardwerk zustimmten, ist es nunmehr „amtlich“.  

Das Erhebungsinstrument wurde während der vergangenen drei Jahre von Verbänden, Praxis und Wissenschaft in jedem Detail überprüft. Hierzu haben auch viele von Ihnen durch eine große Zahl von Hinweisen und Anmerkungen beigetragen, die der DHS Fachausschuss Statistik ausnahmslos sorgfältig diskutierte. Der nach 1998 und 2006 nunmehr 3. „Deutsche Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe“ steht sämtlichen Anbietern, die entsprechende Dokumentationssoftware auf dem Markt haben, zur Verfügung. Auch bei der aktuellen Entwicklung wurde Wert auf praxisgerechte Handhabung und möglichst hohe Aussagekraft der erhaltenen Auskünfte gelegt. Und auch dieser Kerndatensatz wird der Weiterentwicklung von Hilfeangeboten sowohl innerhalb von Einrichtungen als auch innerhalb des gesamten Versorgungssystems dienlich sein. (DHS, Rundbrief 4/2016)

 http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Arbeitsfeld_Statistik/Manual_KDS-E_F.pdf

Drogenkonsum ist meist eine Sache der Männer. Ob Alkohol, Cannabis oder Amphetamine, Männer bilden immer die Mehrheit, wenn es um den Konsum von Drogen geht. Wieso ist das eigentlich so? (drugcom.de, Topthema September 2016)

http://www.drugcom.de/topthema/warum-nehmen-mehr-maenner-als-frauen-drogen/