Weltdrogenbericht 2026: Statement des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck
Weltdrogenbericht 2026: Statement des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck
„Der Weltdrogenbericht zeigt, wie schnell sich der globale Drogenmarkt verändert. Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Lage weiter verschärft. Weltweit haben 321 Millionen Menschen Drogen konsumiert, rund ein Drittel mehr als vor zehn Jahren. Besonders der Kokainmarkt wächst rasant. Die Herstellung erreicht Rekordwerte, zugleich verbreiten sich hochpotente synthetische Substanzen. Der Drogenmarkt wird globaler, digitaler und gefährlicher. Das Drogengeschäft ist blutig. Bauern werden ausgebeutet, die Umwelt zerstört, Menschen werden eingeschüchtert oder umgebracht. Es gibt Menschenhandel, Gewalt, Korruption und Geldwäsche. Wer heute über Drogenpolitik spricht, spricht auch über organisierte Kriminalität, innere Sicherheit und internationale Verantwortung.
Sucht macht sichtbar, wo eine Gesellschaft verletzlich wird. Der Weltdrogenbericht beschreibt globale Entwicklungen, die wir auch in unserer Republik wiedererkennen. Mehr psychische Belastung, mehr Einsamkeit, mehr ökonomischer Druck, mehr verfügbare Substanzen und Hilfesysteme, die häufig erst greifen, wenn aus einem Risiko bereits eine Suchterkrankung geworden ist. Sucht entsteht selten aus einem einzigen Grund. Sie entsteht dort, wo Bindung, Sicherheit und Perspektive schwächer werden. Wo Menschen überfordert sind und nicht rechtzeitig erreicht werden. Wo der Einstieg leicht und der Ausstieg schwer ist. Genau dort beginnt politische Verantwortung.
Als Arzt bereitet mir zunehmend Sorge, dass Substanzen potenter werden, Mischkonsum zunimmt in vielen Fällen überhaupt nicht wissen was sie konsumieren. Neue psychoaktive Stoffe, synthetische Opioide und gefälschte Arzneimittel verändern immer wieder den Drogenmarkt. Diese Dynamik hat seit dem letzten Jahr noch einmal an Schärfe gewonnen. Allein 755 neue psychoaktive Stoffe sind weltweit unterwegs. Unsere Prävention, unsere Frühwarnsysteme und unser Gesundheitsschutz dürfen deshalb auch nicht an Ländergrenzen enden. Genau darüber haben wir in den zurückliegenden Wochen auch bei der Europäischen Drogenagentur diskutiert und sind uns darin mit unseren internationalen Partnern einig. Gute Drogenpolitik beginnt dort, wo Risiken entstehen. Sie schützt Menschen früher, bevor riskanter Konsum zur Abhängigkeit wird, bevor Mischkonsum tödlich endet und bevor neue Substanzen unser Hilfesystem überholen. Eine erfolgreiche Sucht- und Drogenpolitik ist deshalb ein gesamtpolitischer Kraftakt. Sie zeigt, wie präventiv, sozial und widerstandsfähig diese Republik wirklich ist.“ (Bundesdrogenbeauftragter, 26.06.2026)
Weltdrogenbericht 2026: Statement des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck
„Der Weltdrogenbericht zeigt, wie schnell sich der globale Drogenmarkt verändert. Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Lage weiter verschärft. Weltweit haben 321 Millionen Menschen Drogen konsumiert, rund ein Drittel mehr als vor zehn Jahren. Besonders der Kokainmarkt wächst rasant. Die Herstellung erreicht Rekordwerte, zugleich verbreiten sich hochpotente synthetische Substanzen. Der Drogenmarkt wird globaler, digitaler und gefährlicher. Das Drogengeschäft ist blutig. Bauern werden ausgebeutet, die Umwelt zerstört, Menschen werden eingeschüchtert oder umgebracht. Es gibt Menschenhandel, Gewalt, Korruption und Geldwäsche. Wer heute über Drogenpolitik spricht, spricht auch über organisierte Kriminalität, innere Sicherheit und internationale Verantwortung.
Sucht macht sichtbar, wo eine Gesellschaft verletzlich wird. Der Weltdrogenbericht beschreibt globale Entwicklungen, die wir auch in unserer Republik wiedererkennen. Mehr psychische Belastung, mehr Einsamkeit, mehr ökonomischer Druck, mehr verfügbare Substanzen und Hilfesysteme, die häufig erst greifen, wenn aus einem Risiko bereits eine Suchterkrankung geworden ist. Sucht entsteht selten aus einem einzigen Grund. Sie entsteht dort, wo Bindung, Sicherheit und Perspektive schwächer werden. Wo Menschen überfordert sind und nicht rechtzeitig erreicht werden. Wo der Einstieg leicht und der Ausstieg schwer ist. Genau dort beginnt politische Verantwortung.
Als Arzt bereitet mir zunehmend Sorge, dass Substanzen potenter werden, Mischkonsum zunimmt in vielen Fällen überhaupt nicht wissen was sie konsumieren. Neue psychoaktive Stoffe, synthetische Opioide und gefälschte Arzneimittel verändern immer wieder den Drogenmarkt. Diese Dynamik hat seit dem letzten Jahr noch einmal an Schärfe gewonnen. Allein 755 neue psychoaktive Stoffe sind weltweit unterwegs. Unsere Prävention, unsere Frühwarnsysteme und unser Gesundheitsschutz dürfen deshalb auch nicht an Ländergrenzen enden. Genau darüber haben wir in den zurückliegenden Wochen auch bei der Europäischen Drogenagentur diskutiert und sind uns darin mit unseren internationalen Partnern einig. Gute Drogenpolitik beginnt dort, wo Risiken entstehen. Sie schützt Menschen früher, bevor riskanter Konsum zur Abhängigkeit wird, bevor Mischkonsum tödlich endet und bevor neue Substanzen unser Hilfesystem überholen. Eine erfolgreiche Sucht- und Drogenpolitik ist deshalb ein gesamtpolitischer Kraftakt. Sie zeigt, wie präventiv, sozial und widerstandsfähig diese Republik wirklich ist.“ (Bundesdrogenbeauftragter, 26.06.2026)
