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| Hans-Günter Meyer-Thompson | National

Reformbedarf anerkennen: Diamorphingestützte Behandlung evidenzbasiert erleichtern!

Reformbedarf anerkennen: Diamorphingestützte Behandlung evidenzbasiert erleichtern!

Ausgangslage und Handlungsdruck

Die diamorphingestützte Behandlung ist eine anerkannte medizinische Variante der Opioidagonistentherapie, bei der Patient*innen pharmazeutisch reines Diamorphin (medizinisches Heroin) in festgelegten Dosen unter ärztlicher Aufsicht erhalten. Sie stellt eine hochwirksame Therapie zur Behandlung von Opioidabhängigkeit dar.

Erfahrungen aus der Schweiz zeigen eindrücklich das Potenzial eines gut ausgebauten Versorgungsmodells: Die Behandlung verbessert nachweislich die gesundheitliche und soziale Stabilität der Patient:innen, reduziert illegalen Konsum und entlastet öffentliche Räume.

In Deutschland bleibt dieses Potenzial weitgehend ungenutzt – mit verheerenden Folgen für Betroffene, deren Familien und das Gemeinwohl. Anstatt Versorgungslücken zu schließen, stehen potenzielle Behandler*innen restriktiven gesetzlichen Rahmenbedingungen gegenüber. Der gesellschaftliche Nutzen bleibt weitgehend unberücksichtigt, während die Stigmatisierung opioidabhängiger Menschen fortbesteht und teilweise auf Behandler*innen ausgeweitet wird. Dies verhindert den Ausbau einer evidenzbasierten Versorgung. (akzept e.V., 2026)

https://www.akzept.eu/wp-content/uploads/2026/06/akzeptPositonspapierDiamorphin26.pdf