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| Hans-Günter Meyer-Thompson | National

Heroin 1897-1944 - Heritage Communications (Bayer Archiv), 2021-07-07

Heroin 1897-1944 - Heritage Communications (Bayer Archiv), 2021-07-07

Vorgeschichte:

Der Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner entdeckte zu Beginn des 19. Jahrhunderts (ca. 1803/1806) die einschläfernde Wirkung des Morphins, welches ein Hauptbestandteil des Opiums ist und wies dessen alkalischen Charakter chemisch nach. Erste Versuche in vivo erfolgten 1817 und ein Jahr später wurde Morphin erstmals in ein amtliches Arzneibuch aufgenommen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich Morphin als Arzneimittel in der therapeutischen Anwendung gegen verschiedenste Leiden, wie z.B. Neuralgien, Augenleiden oder Keuchhusten. Die Darreichung erfolgte entweder oral oder Morphin wurde als Bestandteil von Salben, Puder oder Ölen auf die Haut aufgetragen. Ab den 1850er Jahren ergänzte die Injektion die Behandlungsmöglichkeiten. Ungefähr zeitgleich wurde innerhalb der Fachwelt erste Kritik hinsichtlich möglicher Risiken bei der Behandlung mit morphinhaltigen Arzneimitteln laut. Berichte über Selbstmedikationen durch Patienten, Überdosierungen und den damit verbundenen unerwünschten Symptomen häuften sich, so dass die Suche nach möglichen Ersatzstoffen begann. Nach damaligem Stand der Forschung attestierten Ärzte und Wissenschaftler dem Codein, das ebenfalls ein Bestandteil des Opiums ist, weniger Nebenwirkungen. Ab 1886 war die Herstellung des Codeins in größerer Menge und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte möglich, was dazu führte, dass im Laufe der 1890er Jahre verschiedene Hersteller Codein-haltige Präparate auf den Markt brachten. Diese wurden jedoch aus damaliger pharmakologischer Einschätzung hinsichtlich ihrer Risiken unterschiedlich bewertet. (Heritage Communications (Bayer Archiv), 2021-07-07)

Heroin 1897-1944 - Heritage Communications (Bayer Archiv), 2021-07-07