Mohnblumenkriege – Warum der globale War on Drugs gescheitert ist
Mohnblumenkriege – Warum der globale War on Drugs gescheitert ist
Das Drogenproblem ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, an der die USA bis heute scheitern. Bei dem Versuch, Drogenimporte aus der Türkei, Frankreich, Thailand, Burma, Laos und Mexiko zu verhindern, verstrickte sich die Supermacht zwischen 1950 und 1979 in einen zermürbenden globalen Drogenkrieg. Die US-amerikanischen Drogenbehörden bildeten weltweit Drogenpolizisten aus. Lieferten Hubschrauber und Waffen. Verhafteten südfranzösische Heroinköche. Verboten die wichtigste Einkommensquelle der zentralanatolischen Bäuer*innen. Besprühten in abgelegenen mexikanischen und burmesischen Berggegenden Opiumfelder mit Gift. Unterstützten mexikanische Polizisten bei der Folter von Aufständischen. Zeigten thailändischen Opiumbäuer*innen, wie Kidneybohnen und Kaffee angebaut werden. Und konnten damit nie merklich die Einfuhr von Heroin in die USA reduzieren. Warum? Darauf gibt meine Dissertation überraschende Antworten und zeigt den Drugs als Tragikomödie mit verheerenden Folgen.
Helana Barop, Koerber Stiftung, Deutscher Studienpreis, 2. Preis Geistes- und Kulturwissenschaften, 2021
https://koerber-stiftung.de/site/assets/files/25289/essay_barop.pdf