Dgsuchtmedizin: Deutschland unterschätzt die Fentanyl-Gefahr
Dgsuchtmedizin: Deutschland unterschätzt die Fentanyl-Gefahr
Was in den USA längst Realität ist, zeichnet sich auch hier ab: hochpotente synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene tauchen zunehmend auf dem illegalen Markt in Deutschland auf – oft unbemerkt, oft mit tödlichen Folgen.
Der Berliner Suchtmediziner Dr. Norbert Lyonn berichtet aus seiner täglichen Praxis:
Fentanyl wird immer häufiger beikonsumiert – teils bewusst, teils unwissentlich
Methadon wirkt bei Fentanyl-Abhängigkeit oft nur eingeschränkt
Intoxikationen und Todesfälle nehmen zu, die Dunkelziffer ist hoch
Gleichzeitig wird Heroin knapper. Der erwartbare Effekt: eine weitere Verdrängung durch synthetische Opioide, die leichter, billiger und unabhängig von Mohnanbau herzustellen sind.
Was jetzt nötig ist:
✔️ Ausbau und Entstigmatisierung der Suchtmedizin
✔️ Flächendeckende Diamorphin-Behandlung und Weiterentwicklung der Darreichungsformen
✔️ Drug-Checking & Frühwarnsysteme bundesweit
✔️ Bessere suchtmedizinische Ausbildung im Medizinstudium
✔️ Realistische Drogenpolitik statt falscher Sicherheit
Die Erfahrungen aus der Versorgung zeigen klar: Abwarten ist keine Option. Die DGS setzt sich dafür ein, dass Deutschland vorbereitet ist – medizinisch, strukturell und politisch. (dgsuchtmedizin auf instagramm, 19.01.2026
