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Berlin. Krisenwohnung für schwerstabhängige Obdachlose: "Jeden Tag ein Kampf um Leben und Tod" (Video)

Wenn es dunkel wird, öffnet die "Krisenwohnung" für schwerstabhängige Obdachlose. Drogen sind drinnen allerdings strikt verboten. Um die Nacht zu überstehen, hat sich Christopher den letzten Schuss vor der Tür gesetzt. (Spiegel online, 21.12.2017, Video, 04:19)

http://www.spiegel.de/video/krisenwohnung-fuer-drogenabhaengige-obdachlose-video-1823071.html

INSIDE SUBSTITUTION (Video, Jes-Bundesverband)...

...so lautet der Titel des neuen JES Videos, in dem 4 aktuell substituierte Frauen und Männer Auskunft über ihre Beweggründe zum Beginn einer Substitutionsbehandlung geben.

Darüber hinaus findet eine sehr authentische Betrachtung der positiven Effekte der Substitutionsbehandlung statt. Allerdings werden auch Punkte, die deutlich verbesserungswürdig sind, nicht verschwiegen.

Nun stellt sich vielleicht die Eine oder der Andere die Frage, warum wir diesen Film eigentlich gemacht haben? Es werden doch schließelich knapp 80.000 Menschen in Deutschland substituiert und die Behandlungsform ist gut bekannt.

Wir meinen, JA es werden ca. 80.000 opiatkonsumierende Frauen und Männer behandelt, allerdings sind dies lediglich 30-40% aller Heroinkonsument_innen in Deutschland. Die Mehrzahl wird somit noch nicht behandelt. Wir meinen, dass die soeben beschlossenen neuen rechtlichen und medizinischen Rahmenbedingungen zur Substitutionsbehandlung eine sehr gute Basis sind um die Zahl der Ärzt_innen und Patient_innen zu erhöhen. Hierzu soll dieser Film beitragen. (JES-Bundesverband, Dezember 2017, Video, 09:46)
https://www.youtube.com/channel/UCV3nK97XFepZDoUwegiVqdg/videos

Gießen: Gefängnis-Strafe: Junkie muss nach Überfall hinter Gitter

Im August überfiel ein Heroin-Junkie im Theaterpark drei Personen. Die Opfer leiden bis heute an den Folgen. Der Heroin-Junkie muss nun hinter Gitter.
(...)

Ganze elf Tage nach der letzten Haftentlassung hatte er das Trio im Theaterpark überfallen. Sein Problem sei gewesen, in Freiheit nicht mehr an den Heroin-Ersatzstoff Methadon gekommen zu sein. Im Gefängnis erhalten Drogenabhängige diese Substanz, wenn auch in immer geringer werdenden Dosen. Ein medizinischer Gutachter sagte, er halte eine Unterbringung des gebürtigen Bremers in einer Entziehungsanstalt nicht für sinnvoll.

Ziel einer solchen Therapie sei die völlige Drogenfreiheit, aber der Mann sei dazu nicht in der Lage. Der Arzt riet deshalb, den geständigen Täter nach der Haft in einer Einrichtung für betreutes Wohnen unterzubringen. Dort könne er kontrollierten Zugang zu Methadon haben und womöglich sogar stundenweise arbeiten gehen. (Gießener Allgemeine, 05.12.2017)

http://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Junkie-muss-nach-UEberfall-hinter-Gitter;art71,356800

Frankfurt/Main. Lost Christmas - Weihnachtswünsche aus der Elbestraße.

Die Ausstellung „Lost Christmas – Weihnachtswünsche aus der Elbestraße“ wirbt um mehr Verständnis für Drogensüchtige als Schwerkranke. Sie ist ein Impuls, um die dramatische Situation der Schwerstabhängigen im Bahnhofsviertel zu verbessern. Dazu bedarf es neuer Wege und Gesetzesinitiativen. Wichtig ist eine Diskussion führender Drogenexperten, wie dem Elend in Deutschlands reichster Stadt endlich ein Ende gemacht werden kann. Es kommt darauf an, Tabus wie die kostenlose Ausgabe von harten Drogen an Schwerstabhängige im Bahnhofsviertel oder die Zentralisierung der Szene in einem Gebäude (statt der bisherigen Aufteilung auf drei Konsumräume) zu diskutieren. In Zürich ist es gelungen, die Drogenkranken von der Straße zu holen, obwohl das Drogenproblem dort noch viel größer war. Wir sind uns sicher, dass dies auch in Frankfurt gelingen kann. (fp23.de, Dezember 2017)

http://www.fp23.de/lostchristmas/

Bünde/Bielefeld. "Da habe ich die Kontrolle verloren" - Prozess: Bielefelder Amtsgericht verurteilt 30-Jährigen zu zwei Jahren und drei Monaten Haft

(...) Eigentlich lief es in den vergangenen Jahren für Lounis C. einigermaßen passabel: Der drogenabhängige Mann befand sich im Methadon-Programm und hatte auch wieder Arbeit. Dann starb jedoch der Hausarzt des Angeklagten, der diesem die dringend benötigten Methadon-Rationen ausgehändigt hatte. "Da habe ich die Kontrolle verloren", sagte C. gestern vor Gericht. Er griff zu Drogen und Alkohol, verlor seinen Job, in der Ehe kriselte es. (Neue Westfälische, 05.12.2017)

http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/buende/21996386_Da-habe-ich-die-Kontrolle-verloren.html

Weniger Substituierte im Saarland

Im Saarland nehmen weniger Drogenabhängige am Methadon-Programm teil als noch vor ein paar Jahren. Das geht aus Daten hervor, die die Kassenärztliche Vereinigung dem SAARTEXT mitgeteilt hat. (SR – Saarländischer Rundfunk, 23.12.2017)

http://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/methadon_programm_saarland100.html

Nördlingen/Bayern. Der schwierige Weg in die Abstinenz

Wenn Heroinabhängige die Sucht bekämpfen wollen, dann hilft ihnen Sabrina Klement vom Diakonischen Werk Donau-Ries in Nördlingen. Was die 24-jährige Sozialpädagogin erlebt. 

Rund 40 Menschen aus Nördlingen und Umgebung kommen zu ihr in die Sprechstunde. Vom Opa bis zum Jugendlichen. Dann reden sie über ihren schwierigen Alltag. Darüber, dass ihre Freundin sie verlassen hat oder sie ihren Job verloren haben. Sabrina Klement hört ihnen zu, hilft, wo sie kann. „In erster Linie gilt aber die Sicherung des Überlebens.“ Denn die Menschen, die zu Klement in die Sprechstunde kommen, sind oder waren heroinabhängig.

(...)

Klement findet aber, dass es zu wenig Hausärzte gibt, die die Substitutionsbehandlung anbieten. Dr. Claudia Völkl, Sprecherin des Hausärzteverbandes im Landkreis, sagt: „Der Umgang mit Suchtkranken ist extrem schwierig.“ Bei der Substitution gebe es ein großes Potenzial an Missbrauch. „Viele Kollegen würden rein theoretisch mit einem Bein im Gefängnis stehen“, sagt sie. Das schrecke die Hausärzte ab, eine solche Behandlung anzubieten.(Augsburger Allgemeine, 06.12,2017) (Augsburger-Allgemeine, 06.12.2017)

http://www.augsburger-allgemeine.de/noerdlingen/Der-schwierige-Weg-in-die-Abstinenz-id43459076.html

Datenschutz und patient involvement in der Substitutionsbehandlung - Die Ergebnisse einer Patient_innenbefragung von JES und der Deutschen AIDS-Hilfe

Data protection and patient involvement in opioid substitution treatment – Results of a patient survey conducted by JES and the German AIDS Organization

DIRK SCHÄFFER, MARIA PRIEBE & JES-BUNDESVORSTAND

Akzeptanzorientierte Drogenarbeit/Acceptance-Oriented Drug Work 2017;14:1-7

„Die Ergebnisse dieser Befragung lassen ahnen, dass die Einbeziehung von Patient_innen sowie eine gemeinsame Entscheidungsfindung in der Substitution noch wenig ausgeprägt sind.

http://www.indro-online.de/schaefferpriebe2017.pdf

Düsseldorf. Ambulanz wird geschlossen

Methadon für Suchtkranke gibt es bald nur noch in Arztpraxen. (Westdeutsche Zeitung, 16.11.2017)

http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/ambulanz-wird-geschlossen-1.2557429

Der substituierte opioidabhängige Patient im Krankenhaus

Hinweise zur Behandlung und Informationen zu rechtlichen Regelungen

Landesärztekammer Baden-Württemberg, Ausschuss Suchtmedizin, Stand 9/2017

https://www.aerztekammer-bw.de/news/2017/2017-10/opioidsubst/substitution-kh.pdf

Düsseldorf. Immer mehr Drogensüchtige suchen Hilfe

1500 Menschen wurden 2016 substituiert. Die WZ hat mit Expertinnen darüber gesprochen. (Westdeutsche Zeitung, 16.11.2017)

http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/duesseldorf-immer-mehr-drogensuechtige-suchen-hilfe-1.2557428

Mit Respekt zum Ziel: Für eine bessere Substitutionstherapie

In der Substitutionstherapie mangelt es oft an Vertrauen im Arzt-Patient-Verhältnis. Die reformierte Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung könnte für Besserung sorgen

Von Anne Rudelt und Christina Laußmann

Zahlreiche Studien zeigen: Die partnerschaftliche Einbeziehung der Patient_innen in die Behandlung trägt zum Therapieerfolg bei. Die Patient_innen wissen in der Regel gut über ihre Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten Bescheid und können aktiv zum Gelingen der Therapie beitragen.

Dafür ist allerdings entscheidend, dass sie respektvoll behandelt und ernst genommen werden. In der Substitutionstherapie jedoch, der Behandlung von Opiatabhängigen mit Medikamenten wie z. B. Methadon, Morphin oder Buprenorphin, ist das häufig nicht der Fall.

Dies zeigt eine 2016 unter rund 760 Substitutionspatient_innen durchgeführte Umfrage des Drogen-Selbsthilfenetzwerks JES und der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH). (magazin.hiv, 02.11.2017)

https://magazin.hiv/2017/11/02/mit-respekt-zum-ziel-fuer-eine-bessere-substitutionstherapie/

Dormagen. Suchtberatung zieht in die "Alte Apotheke"

In Dormagen wurden von den Fachleuten der Einrichtung im vergangenen Jahr 50 sogenannte Intensivklienten betreut. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bereich der illegalen Drogen. (NGZ online, 12.11.2017)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/dormagen/suchtberatung-zieht-in-die-alte-apotheke-aid-1.7191313

Mein Leben als Substi: Das Leben ist bunt - ich bin mittendrin -- Bilder und Geschichten

Katrin Riedel. Gesponsert durch den DSÄ, Dachverband substituierender Ärzte Deutschlands e.V.

Aus dem Vorwort: „Durch Zufall bekam ich das allerletzte Heft von Frau Riedel in die Hände und war begeistert. Eine Neuauflage musste unbedingt her, deshalb hat sich der DSÄ zum Sponsoring entschieden.

Ärzte haben mit Kranken zu tun, naturgemäß richten sie ihre Aufmerksamkeit auf Defizite und Defekte.

Katrin Riedel zeigt mit ihren Bildern und Texten die andere Wirklichkeit der Kranken: ihre starken Seiten, ihre Individualität, ihren Optimismus und Lebenswillen. Das ist es, was dieses Werk gerade für professionelle Helfer so erfrischend macht.

Frau Riedel besitzt ein exzellentes fotografisches Auge und die Gabe, sich ihre Partner im Kontakt ganz entspannen zu lassen – beides strahlt aus den Bildern heraus.

Wir wünschen dieser Broschüre eine weite Verbreitung bei Professionals und Patienten.“

Dr. Wilhelm Siepe, erster Vorsitzender des DSÄ, Köln, Juli 2017

https://www.dsae.de/kcfinder/upload/files/Mein_Leben_als_Substi.pdf

Merkblatt zur Behandlung Opiatabhängiger in Krankenhäusern

Dieses von der Beratungskommission für substituierende Ärzte der Ärztekammer Niedersachsen erarbeitete Merkblatt möchte Sie über die Besonderheiten bei der Behandlung Opiatabhängiger in Krankenhäusern informieren. Es weist Sie auf rechtliche Fallstricke hin. Es soll Ihnen auch einige Hinweise auf die daraus resultierenden ärztlichen Erfordernisse in der Behandlung Opiatabhängiger geben. (Ärztekammer Niedersachsen, Stand 2015)

https://www.aekn.de/fileadmin/media/Downloadcenter/Arzt-und-Recht/Ethik/Merkblatt_Substitution_Krkhs_151111.pdf

Apotheken. Nur Milchpumpen verleihen reicht nicht

„Substitution – das gehört zum Portfolio einer Apotheke“

Um die Methadon- oder Polamidonsubstitution betäubungsmittelabhängiger Patienten reißen sich Apotheken meist nicht. Die Klientel gilt als schwierig, eine Honorierung ist die Ausnahme. Doch wer außer dem Arzt sollte die ambulanten Substitutionspatienten sonst versorgen? Doch wohl kaum der Bäcker nebenan oder der Methadon-Truck von McDonalds, meint ein Apotheker, der mit DAZ.online über seine Erfahrungen mit der Betäubungsmittelsubstitution gesprochen hat. (DAZ – Deutsche Apotheker Zeitung, 06.12.2017)

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/12/06/substitution-das-gehoert-zum-portfolio-einer-apotheke/chapter:1