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DAZ-Top-Themen 2017: Methadon in der Krebstherapie

Die DAZ – Deutsche Apotheker Zeitung hat vier ihrer Artikel zu Methadon in der Krebsbehandlung mit kostenlosem Zugang ins Netz gestellt

  Mit Methadon gegen Krebs? Experimenteller Therapieansatz lässt Patienten hoffen und stößt auf Kritik

  „Eine Chance!“ Interview mit dem Palliativmediziner Dr. Hans-Jörg Hilscher

  Keine Angst vor BtM-Rezepturen – Ein Kommentar von Dr. Andreas Ziegler

  Methadon gegen Schmerzen: Zum Stellenwert von DL-Methadon und Levomethadon in der Palliativmedizin (DAZ, 27.12.2017, ursprünglich erschienen in den Ausgaben 26/2017 und 32/2017)

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/12/27/methadon-in-der-krebstherapie

Erfurt/ Kronach. Heilpraktiker und Medizin Hand in Hand (Ozon-Methadon-Therapie)

(...) Eduard Riegel macht eine Ozon-Methadon-Therapie in Erfurt, die die Krankenkasse nicht bezahlt. Diese Form der Behandlung ist in Medizinerkreisen sehr umstritten, weil es laut dem Kronacher Onkologen Dr. Peter Anhut weder zum Einsatz von Ozon, noch von Methadon bei Krebskranken aussagekräftige Studien gibt. Dirk Kolberg, der behandelnde Heilpraktiker von Eduard Riegel, erklärt nun auf Nachfrage der NP seinen Ansatz. (Neue Presse, 21.12.2017)

https://www.np-coburg.de/region/kronach/Heilpraktiker-und-Medizin-Hand-in-Hand;art83426,5895166

Bonn. Stellungnahme der Deutschen Krebshilfe zu aktuellen Nachfragen zu 'Methadon in der Krebstherapie' sowie geförderten Forschungsarbeiten/klinischen Studien von Frau Dr. Friese , Universitätsklinikum Ulm, Institut für Rechtsmedizin, Molekularbiologisches Forschungslabor. (Deutsche Krebshilfe, Juli 2017)

https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Stellungnahmen/Stellungnahme_Methadon_07_2017.pdf

Bundesärztekammer. Patienteninformation: Neue Kurzinformation erschienen: „Bislang kein Nutzen belegt: Methadon in der Krebsbehandlung“

Berlin - In den Medien machen derzeit Geschichten von Patientinnen und Patienten die Runde, deren Krebs angeblich erfolgreich mit Methadon behandelt worden ist. In der Patienteninformation „Bislang kein Nutzen belegt: Methadon in der Krebsbehandlung“ des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) erfahren Interessierte, was man bislang über die Wirkung von Methadon und mögliche Risiken weiß. (Bundesärztekammer, 30.10.2017)

http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Patienteninformationen/methadon.pdf

Methadon bei Schmerzen: Wirksame Rezeptur ohne Zulassung

Dtsch Arztebl 2017; 114(39): A-1754 / B-1490 / C-1460

Gießelmann, Kathrin

https://www.aerzteblatt.de/archiv/193607/Methadon-bei-Schmerzen-Wirksame-Rezeptur-ohne-Zulassung

Bundesärztekammer informiert über Methadon bei Krebs

Die Bundesärztekammer hat ein Faltblatt für Patienten „Methadon in der Krebsbehandlung“ herausgegeben. Darin wurden die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammengefasst. Doch einige Fakten fehlen. (gesundheitsstadt-berlin.de, 02.11.2017)

https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/bundesaerztekammer-informiert-ueber-methadon-bei-krebs-11827/

Stiftung Warentest: Methadon bei Krebs: Große Hoffnungen, wenig Belege

Laut Medienberichten soll Methadon gegen Krebs helfen, indem es die Wirkung von Chemotherapien verstärkt. Ausreichend belegt ist das bislang allerdings nicht. Zu diesem Fazit kommen die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest nach Sichtung der Studienlage. test.de berichtet über die Hintergründe und sagt, was Krebspatienten beachten sollten. (Stiftung Warentest, 13.11.2017)

https://www.test.de/Methadon-bei-Krebs-Grosse-Hoffnungen-wenig-Belege-5249867-0/

Ulm/Hamburg. Krebstherapie mit Methadon: Anzeige wegen fahrlässiger Tötung

Der Ulmer Rechtsmediziner Prof. Erich Miltner will den Tod einer Patientin klären lassen, die mit Methadon behandelt wurde.

(...) Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, werden die beiden Ulmer Wissenschaftler indirekt mit dem Tod der 57-Jährigen in Verbindung gebracht, um den Wirkstoff Methadon zur Unterstützung und Verstärkung einer konventionellen Chemotherapie bei Krebserkrankungen in Verruf zu bringen. Auf Ärztekongressen sei vor allem Dr. Friesen, die seit Jahren die Wirksamkeit von Methadon in der Krebstherapie erforscht, persönlich attackiert und für diesen Tod verantwortlich gemacht worden. (Südwest Presse, 06.12.2017)

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/anzeige-wegen-fahrlaessiger-toetung-24246640.html

Bielefeld. Bielefelder Gesundheitsamt verbietet Vortrag über Krebsbehandlung

Methadon: Behörde untersagt Info-Veranstaltung in Hotelräumen, denn der einladende Mediziner soll unzulässig für hartes Medikament werben. Der Mediziner schaltet einen Fachanwalt ein. (Neue Westfälische, 15.11.2017)

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/21978059_Bielefelder-Gesundheitsamt-verbietet-Vortrag-ueber-Krebsbehandlung.html

Ulm. Prof. Dr. Miltner, Ärztlicher Direktor des Instituts für Rechtsmedizin Ulm, erstattet Anzeige wegen fahrlässiger Tötung aufgrund eines Artikels zum Einsatz von Methadon in der Krebstherapie

Hamburg (ots) - Für unseren Mandanten, Herrn Prof. Dr. Erich Miltner, Ärztlicher Direktor des Instituts für Rechtsmedizin im Universitätsklinikum Ulm, teilen wir das Folgende mit:

Eine Mitarbeiterin unseres Mandanten am Institut für Rechtsmedizin, die Chemikerin Frau Dr. Claudia Friesen, veröffentlichte im Jahr 2013 ihre Forschungsergebnisse, nach welchen es Anzeichen dafür gibt, dass der als Heroin-Ersatzstoff im Rahmen von Substitutionsprogrammen zur Anwendung kommende Wirkstoff Methadon zur Unterstützung und Verstärkung in der konventionellen Chemotherapie eingesetzt werden kann, also eine bessere Bekämpfung von Krebserkrankungen ermöglichen könnte. Hierüber wurde in den Medien umfassend berichtet, die Forschungen werden bis heute fortgeführt.

Unter Medizinerkollegen entbrannte erwartungsgemäß eine entsprechende wissenschaftliche Diskussion, die absolut legitim und begrüßenswert ist. Im August 2017 indes wurde ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt (Jg. 114, Heft 33-34, Seite A1530 ff.) unter dem Titel "Methadon in der Onkologie - Strohhalmfunktion ohne Evidenz" veröffentlicht, in welchem ein Fallbeispiel dargelegt wurde, in dem eine Patientin aufgrund einer Behandlung mit dem Medikament "L-Polamidon" (enthält den Wirkstoff L-Methadon) angeblich verstorben sein soll. Dieser Artikel hat nun dazu geführt, dass sich behandelnde Ärzte grundsätzlich scheuen, Methadon in der Krebstherapie im sog. Off-Label Use anzuwenden. Unseren Mandanten und Frau Dr. Friesen erreichen täglich zahlreiche Anfragen besorgter Patienten, deren Arzt eine Verschreibung aufgrund dieses angeblichen Gesundheitsrisikos ablehnt.

Bei einer Überprüfung des Artikels musste unser Mandant jedoch feststellen, dass nach den Angaben des besagten Fallbeispiels tatsächlich eine erhebliche Medikamentenüberdosierung für den Tod verantwortlich war. Sollte es tatsächlich zu diesem Todesfall gekommen sein, hätten sowohl der behandelnde Arzt, welcher das Medikament verschrieben hat, als auch der Notfallmediziner, welcher die Patientin am Ende auf der Intensivstation behandelt hat, einen groben ärztlichen Behandlungsfehler begangen. So wurde der Patientin - glaubt man den Angaben des Fallbeispiels - im Rahmen der Behandlung das ca. 3- bis 4-Fache der Tageshöchstdosis verabreicht, was eine hochtoxische Dosis darstellt. Nach Auftreten von Vergiftungszeichen wurde die Patientin sodann offenkundig in eine Intensivstation eingeliefert. Anstelle eines bei einer solchen Vorgeschichte üblichen Gegengiftes erhielt die Patientin dort aber weiterhin ein anderes Opioid.

Aus Sicht unseres Mandanten ergibt sich nach alledem das eindeutige Bild, dass dieses Fallbeispiel nicht auf eine grundsätzlich erhöhte Gesundheitsgefahr durch die Behandlung mit Methadon im Rahmen der Krebstherapie hinweist, sondern dass vielmehr eine extreme Überdosierung sowie eine Falschbehandlung zum Tode der Patientin geführt haben. Im Interesse aller Patienten ist dieser Fall somit umfassend aufzuklären. Da Rückfragen bei den Autoren des Artikels zu keinerlei weiterführenden Informationen geführt haben, haben wir für unseren Mandanten am 24.11.2017 Strafanzeige gegen Unbekannt insbesondere wegen des Verdachtes auf fahrlässige Tötung erstattet, die bei der Staatsanwaltschaft Hamburg bearbeitet wird (Aktenzeichen 7200 UJs 2/17).

Stephan Mathé, M.B.A., Rechtsanwalt, Hamburg, 05.12.2017
https://www.presseportal.de/pm/128908/3807017

Forschungspreis Komplementärmedizin 2017 für Dr. Claudia Friesen

Am Sonntag, den 29. Oktober wurde im Rahmen der 51. Medizinischen Woche Baden-Baden der diesjährige mit 3.000 Euro dotierte Forschungspreis der NATUM an die Ulmer Wissenschaftlerin Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Claudia Friesen verliehen. (natum - Naturheilkunde, Akupunktur und Umwelt- und Komplementärmedizin in der Frauenheilkunde, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG))

http://www.natum.de/363-0-Forschungspreis-2017.html

Methadone as a "Tumor Theralgesic" against Cancer.

Michalska M, Katzenwadel A, Wolf P.

Front Pharmacol. 2017 Oct 31;8:733. doi: 10.3389/fphar.2017.00733. eCollection 2017.

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fphar.2017.00733/full

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zum Einsatz von D,L-Methadon zur Tumortherapie

Wie ist der Einsatz von D,L-Methadon zur Tumortherapie (also NICHT zur Schmerztherapie) zu bewerten?

Die Aussagen zur Wirksamkeit von D,L-Methadon als „Antitumor-Medikation“ gehen auf die Forschun- gen der Diplom Chemikerin Frau Dr. rer. nat. Claudia Friesen vom Institut für Rechtsmedizin in Ulm zu- rück (1, 2). Darauf Bezug nehmend kam es seit ca. 2014 zu einer Vielzahl von Berichten, überwiegend in der Laienpresse, über die angebliche Wirksamkeit von D,L-Methadon bei Krebspatienten mit unter- schiedlichsten Tumorentitäten. Die Aussagen zur Wirkung von D,L-Methadon bei Tumorpatienten, wie beispielsweise im FAQ der Rechtsmedizin Ulm, sind aus unserer Sicht sehr kritisch zu hinterfragen und zu bewerten (3). (DGP, 05.07.2017)

https://www.dgpalliativmedizin.de/images/20170705_DGP_Stellungnahme_Methadon.pdf

Methadon bei Krebspatienten: Zweifel an Wirksamkeit und Sicherheit

Ulrich Schuler, Bernhard Wörmann, Arbeitskreis Palliativmedizin

Unter dem Titel „Methadon - Warum ein preiswertes Mittel für Krebspatienten nicht erforscht wird“ hat das Politmagazin Plusminus am 12. April 2017 über Heilversuche mit diesem Opioid berichtet[1]. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie beschäftigt sich intensiv mit neuen Krebsmedikamenten[2], auch mit komplementären Verfahren[3]. Bei Methadon hat sie Anlass, vor unrealistischen Erwartungen und möglichen Gefahren zu warnen. ((DGHO – Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie, Berlin, 15.07.2017)

https://www.dgho.de/informationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/Methadon%20bei%20Krebspatienten%20Arzt%2020170715.pdf

Faktenblatt: Methadon

Fazit

Derzeit ist die Gabe von Methadon bei Patienten mit Tumorerkrankungen mit dem Ziel, den Tumor zu bekämpfen nicht sinnvoll. Auch wenn die Nachfrage der Patienten aufgrund der zahlreichen Berichte in den Medien verständlich ist, so muss bei fehlender nachgewiesener Wirkung, aber nachgewiesenen Risiken von der Anwendung von Methadon außerhalb der Schmerztherapie abgeraten werden.

Universitätsklinikum Jena, Mai 2017

http://www.kim2.uniklinikum-jena.de/kim2_media/H%C3%A4maOnko/Integrative+Onkologie/Methadon_2017_Pat.pdf

Patienteninformation „Methadon in der Krebstherapie“ veröffentlicht

Berlin. Seit April 2017 wurde in verschiedenen Medien über den Einsatz von Methadon bei Krebspatienten berichtet. Die Reaktionen sind enorm. Viele Patienten und ihre Angehörigen erkundigen sich nach den Möglichkeiten einer Methadontherapie.
Die DGHO hat nun eine Information für Patienten veröffentlicht. Darin wird deutlich zwischen einem möglichen Einsatz von Methadon in der Schmerztherapie von Krebspatienten und einem Einsatz als Krebsmedikament unterschieden. (DGHO – Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie, Berlin, 10.07.2017)

https://www.dgho.de/informationen/nachrichten/patienteninformation-201emethadon-in-der-krebstherapie201c-veroeffentlicht