A- A A+

Bayern. Massive Kritik an geplantem Psychiatriegesetz in Bayern

München – Verbände und Parteien laufen Sturm gegen den Entwurf eines neuen Psychiatriegesetzes der Landesregierung in Bayern, der morgen in erster Lesung im Landtag behandelt wird. „Durch das sogenannte Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz werden Menschen mit psychischen Problemen, die für sich und andere eine Gefahr darstellen könnten, in Bayern bald wie Straftäter behandelt“, warnte die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag heute auf Facebook. Die Partei kündigte ebenso wie Grüne und Freie Wähler entschiedenen Widerstand gegen das Gesetz an. (aerzteblatt.de, 17.04.2018)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/93526/Massive-Kritik-an-geplantem-Psychiatriegesetz-in-Bayern

DGPPN. Antistigma-Preis 2018: Für die Menschen – Gegen Ausgrenzung

Mit dem 16. DGPPN-Antistigma-Preis setzen die DGPPN und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit wieder ein Zeichen gegen die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland. Bewerben können sich Initiativen und Organisationen, die sich für eine nachhaltige Integration der Betroffenen in die Gesellschaft einsetzen.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen des DGPPN Kongresses 2018 verliehen, der vom 28. November bis 1. Dezember in Berlin stattfindet.

Wettbewerbsbeiträge für den DGPPN-Antistigma-Preis 2018 können bis zum 3. Juni 2018 eingereicht werden.

https://seelischegesundheit.net/aktuelles/newsletter/167-newsletter-2018/833-newsletter-30?showall=&start=1

Berlin - Bundesweit tritt bei jedem dritten Erwachsenen im Zeitraum eines Jahres eine psychische Erkrankung auf. Dabei gehören Depressionen zu den häufigsten psychischen Leiden. Bundesweit sind innerhalb eines Jahres rund 5,3 Millionen Menschen von Depressionen betroffen, darunter zunehmend auch junge Menschen. „Die gute Nachricht ist, dass Depressionen von Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten meist erfolgreich behandelt werden können. Voraussetzung ist aber, dass den Betroffenen die Angst vor einem Arztbesuch genommen wird. Wir müssen gesellschaftlicher Stigmatisierung entgegentreten und die vielfältigen Möglichkeiten der sprechenden Medizin insgesamt sowie der Psychotherapie im Besonderen weiter stärken.“ Das sagte Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg und Vorstandsbeauftragter der Bundesärztekammer für ärztliche Psychotherapie, vor dem Weltgesundheitstag zum Thema „Depression“ am 7. April 2017. (Bundesärztekammer, 05.04.2017)

http://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/stigmatisierung-entgegenwirken-sprechende-medizin-staerken/

Ergänzende Anmerkungen zum „Memorandum: Das Stigma von Suchterkrankungen verstehen und überwinden. (DG Sucht)“

(DG SAS – Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe, März 2018)

http://www.dgsas.de/downloads/Anmerkungen%20zum%20Memorandum%20Stigma%20von%20Suchterkrankungen.pdf

Stigmatisierung und Selbststigmatisierung im Kontext von Suchterkrankungen - Ein veränderbarer Teufelskreis?

In allen Nationen, Kulturen, Religionen sowie in allen sozialen Schichten und Hierarchieebenen finden sich Suchtkrankheiten. Störungen des Substanzmissbrauchs stellen mit einer Prävalenz von 16,6 Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung (Jacobi et al. 2014) die größte Gruppe psychischer Störungen dar. Trotz der hohen Anzahl werden Suchtkranke häufig ausgegrenzt, diskriminiert und stigmatisiert. Der Stigmatisierungsprozess ist ein komplexes Phänomen von Wechselwirkungen zwischen den Betroffenen und der Gesellschaft. Dabei nehmen meist historisch entstandene und nicht hinterfragte Vorstellungen von Normalität und Normabweichung eine entscheidende Rolle ein. (Prof. Dr. Regina Kostrzewa in: Konturen online, 12.03.2018)

https://www.konturen.de/fachbeitraege/stigmatisierung-und-selbststigmatisierung-im-kontext-von-suchterkrankungen/

Bremen. Zwischen 1991 und 2004 sind in Bremen in über 1.000 Fällen Brechmittel an Menschen in Polizeigewahrsam verabreicht worden. Brechmittel wurden eingesetzt, um verschluckte Drogen sichern zu können. Ein Arzt war jeweils verantwortlich für die medizinische Überwachung.  Am 7.Januar 2005 starb ein aus Sierra Leone stammender Mann, Laye-Alama Condé, an den Folgen dieser Zwangsmaßnahme. 2006 stufte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte den zwangsweisen Einsatz von Brechmitteln als Verletzung von Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention ein. Eine Bremer Initiative setzt sich seit mehreren Jahren dafür ein, einen Ort des Gedenkens an Laye-Alama Condé und an 13 Jahre Brechmitteleinsatz einzurichten. Der damalige Bürgermeister der Hansestadt, Henning Scherf (SPD), hat jüngst den Brechmitteleinsatz als Fehler bezeichnet. (Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé, 2017)

https://brechmittelfolter-bremen.de/start-1.html

HIV-Infizierte weiterhin gesellschaftlich stigmatisiert

Berlin – HIV-Infizierte sind trotz Kampagnen und Aufklärungsaktionen weiterhin gesellschaftlich stigmatisiert. „Die Betroffenen outen sich aus Angst vor Diskriminie­rung nicht, viele ziehen sich in die Isolation zurück, und dadurch verschwindet das Thema Aids aus der öffentlichen Wahrnehmung“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. Dieser steht unter dem Motto „Positiv zusammenleben“. „Davon sind wir leider noch weit entfernt“, bedauerte der BÄK-Präsident. (aerzteblatt.de, 30.11.2017)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83757/HIV-Infizierte-weiterhin-gesellschaftlich-stigmatisiert

Zwölf Jahre nach dem Tod eines Kleindealers räumt Bremens Ex-SPD-Bürgermeister Henning Scherf ein, der Brechmitteleinsatz sei ein Fehler gewesen, berichtet aerztezeitung.de. (aerztezeitung.de, 16.01.2017)

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/medizinethik/article/927404/menschenrechte-spaete-reue-nach-brechmitteleinsatz.html

Welt-AIDS-Tag: Neue BZgA-Studie - So denkt Deutschland über das Leben mit HIV

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 01. Dezember hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer bundesweiten Repräsentativ-Befragung die Einstellung der Bevölkerung zum Thema „Leben mit HIV“ erhoben. Demnach besteht ein hohes Bewusstsein in der Bevölkerung für die Thematik und 65 Prozent der Befragten haben keine Berührungsängste mit dem Thema HIV/AIDS. Allerdings zeigen die Daten auch, dass es im alltäglichen Umgang mit HIV-positiven Menschen immer noch Unsicherheiten und Vorurteile gibt: 23 Prozent sind der Meinung, dass Menschen mit HIV an ihrer Erkrankung selbst schuld sind. (BZgA, 29.11.2017)

https://idw-online.de/de/news685509

Im Projekt positive stimmen wurden 1148 Menschen mit HIV zu ihren Erfahrungen mit HIV-bezogener Stigmatisierung und Diskriminierung befragt. Nun liegen die Ergebnisse vor – und damit zum ersten Mal umfangreiche und aussagekräftige Daten zur Situation von HIV-positiven Menschen in Deutschland.

Im Oktober 2011 gingen in Deutschland nach umfangreichen Schulungen 40 Interviewer /innen an den Start. Ihr gemeinsames Ziel: Die Dokumentation von Stigmatisierung und Diskriminierung, so, wie sie von Menschen mit HIV in Deutschland erlebt werden. Das besondere dabei: Die Interviewer/innen

sind selbst HIV-positiv.

Mit ihrem Einsatz wurden sie Teil des internationalen „People living with HIV Stigma Index“, einer Initiative, die auf einzigartige Weise Forschung mit dem Ansatz des Empowerments, also der Hilfe zur Selbsthilfe, verbindet. Global wurden so schon in über 40 Ländern die Erfahrungen von HIV-Positiven mit Diskriminierung erforscht. (DAH, 2016)

https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/positive_stimmen_ergebnisse_Wolfsburg.pdf

BZgA: Repräsentativbefragung „Einstellung der Bevölkerung zum Thema Leben mit HIV“

Für diese Studie wurden 1.012 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 16 Jahren im August 2017 befragt. (BZgA-Forschungsbericht, November 2017)

https://www.bzga.de/pdf.php?id=445042af55846fc894c03dca658edb30

11. Internationaler akzept-Kongress Berlin, 3./4.11.2016

Michael Kleim, Gera Schildower Kreis

http://www.akzept.org/uploads1516/KleimMoerder.Nuechternheit.pdf

Volkskrankheit Depression – So denkt Deutschland

Deutschland-Barometer Depression offenbart eklatante Wissenslücken – Depression wird oftmals nicht als Erkrankung im medizinischen Sinne angesehen – noch Skepsis gegenüber Online-Angeboten zur Selbsthilfe

Leipzig/ Berlin. Die Mehrheit der Deutschen ist im Laufe des Lebens von Depression betroffen – entweder direkt aufgrund einer eigenen Erkrankung (23 Prozent) oder indirekt als Angehöriger (37 Prozent). Dennoch gibt es in der Bevölkerung große Irrtümer bezüglich der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Depression. So wird die Depression vor allem als psychische Reaktion auf widrige Lebensumstände angesehen und weniger als Erkrankung im medizinischen Sinne, die jeden treffen kann und bei der Betroffene ärztliche Hilfe benötigen. Das zeigt das erste „Deutschland-Barometer Depression“ von Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung. Die repräsentative Befragung untersucht Einstellungen und Wissen zur Depression in der Bevölkerung. Befragt wurden 2.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren aus einem repräsentativen Panel für die deutsche Bevölkerung in Privathaushalten. Ergänzt wurde diese Befragung der Allgemeinbevölkerung durch eine Online-Umfrage unter Depressionsbetroffenen. (Stiftung Deutsche Depressionshilfe,  28.11.2017)

https://idw-online.de/de/news685482

HIV. Deine Rechte, deine Möglichkeiten

Dank wirksamer Therapien haben Menschen mit HIV heute gute Chancen auf eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität. Die HIV-Infektionist zwar noch nicht heilbar, aber gut behandelbar. Viele HIV-Positive sind fit und stehen auch im Arbeitsleben ihren Mann oder ihre Frau. In der Gesellschaft ist das Wissen um diese Veränderungen bisher aber nicht ausreichend angekommen. Und selbst die „alte“ Botschaft, dass bei Alltagskontakten ohnehin keinerlei HIV-Risiko besteht, hat noch nicht überall gegriffen.

Das Virus löst weiterhin oft Angst und Verunsicherung aus. Außerdem wird die HIV-Infektion mit Lebens- und Verhaltensweisen verknüpft, die nicht der Norm entsprechen. Daher kann es auch heute noch passieren, dass man wegen HIV stigmatisiert und auch diskriminiert wird.

Solche Erlebnisse können die Gesundheit beinträchtigen. Wichtig ist, dass man mit anderen darüber spricht, um sich zu entlasten und gemeinsam zu überlegen, wie man am besten darauf reagiert. Diese Broschüre gibt dazu Informationen. Sie geht zunächst kurz auf Stigmatisierung und Diskriminierung ein und zeigt dann auf, welche Möglichkeiten und Rechte Menschen mit HIV bei Versicherungen, am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und als Eltern haben. Wo man im Diskriminierungsfall Rat und Unterstützung bekommt, erfährt man am Ende der Broschüre. (DAH – Deutsche AIDS-Hilfe, 2016)

https://www.aidshilfe.de/rechte-moeglichkeiten

Erfurt – Thüringens Ministerin für Soziales und Gesundheit, Heike Werner (Linke), hat sich gegen eine Ausgrenzung von Drogensüchtigen ausgesprochen. Sucht sei nicht nur ein Randgruppenproblem, sondern durchziehe alle gesellschaftlichen Schichten, hieß es aus ihrem Ministerium anlässlich der Jahrestagung der Thüringer Suchtpräventionsstelle. „Wichtig ist dabei aber, die gesundheitsschädigende Wirkung der Suchtmittel nicht zu verkennen“, betonte Werner. (aerzteblatt.de, 25.10.2017)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83099/Drogensuechtige-duerfen-nicht-ausgegrenzt-werden

Berlin – (...) Die Kampagne zum Weltaidstag am 1. Dezember steht unter dem Motto „#positivzusammenleben“ und hat sich als zentrale Botschaft „Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht“ auf die Fahnen geschrieben. (aerzteblatt.de, 02.11.2016)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71232

BERICHT AN DIE DEUTSCHE REGIERUNG ÜBER DEN BESUCH DES EUROPÄISCHEN AUSSCHUSSES ZUR VERHÜTUNG VON FOLTER UND UNMENSCHLICHER ODER ERNIEDRIGENDER BEHANDLUNG ODER STRAFE IN DEUTSCHLAND (CPT) VOM 25. NOVEMBER BIS ZUM 7. DEZEMBER 2015

Arbeitsübersetzung aus dem Englischen

EUROPARAT, CPT/Inf (2017) 13, Straßburg, 01.06.2017

https://rm.coe.int/168071803c

In Deutschland leben heute rund 85.000 Menschen mit HIV. Dank Medikamenten haben die meisten von ihnen eine fast normale Lebenserwartung. Sie können in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Man kann also heute in der Regel mit HIV gut leben. Jedoch bestimmt ein großes Problem auch heute noch das Leben vieler Menschen mit HIV: Diskriminierung, ob in Form von Ausgrenzung, Beleidigungen oder sogar tätlichen Angriffen.
Drei Menschen sprechen über ihr Leben mit HIV und Diskriminierung. (welt-aids-tag.de, 02.11.2016)
https://www.welt-aids-tag.de 

Memorandum „Das Stigma von Suchterkrankungen verstehen und überwinden“

(Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr), 05.05.2017)

http://www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/aktuelles/Memorandum_Stigmatisierung.pdf

Auf die anhaltende gesellschaftliche Benachteiligung von HIV-Infizierten hat die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) anlässlich der Selbsthilfekonferenz „Sei ein Teil der Lösung!“ hingewiesen. (aerzteblatt.de, 25.08.2016)

http://m.aerzteblatt.de/news/70204.htm