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Selbstfürsorge für Fachkräfte in der Suchthilfe – da geht noch mehr!¹

Zusammenfassung: Die Gesunderhaltung der Fachkräfte im Feld der Suchthilfe ist ein wenig bislang beachtetes Thema der Suchtforschung und Suchthilfepraxis. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine Tätigkeit in der Suchthilfe von niedrigschwelligen Hilfen, über Beratung bis hin zu Therapie und Nachsorge durch vielfältige Anforderungen an professionelle und persönliche Ressourcen gekennzeichnet ist. Die Besonderheiten der Klientel, von Abwehr, Verleugnung, Fremdmotivation über Armut, Marginalisierung, Überlebensnot bis hin zu bisweilen auch Antisozialität und Aggressivität, erscheinen als schwerwiegende Stressfaktoren, auch für die Fachkräfte. Die vorliegenden empirischen Studien zum Berufsfeld „Suchthilfe“ zeigen jedoch, dass bei vorhandenem hohen Stresserleben die psychische Gesundheit und Berufszufriedenheit insgesamt günstig beurteilt werden. Dies kann mit Selbstselektionseffekten, günstigen intrinsischen Motivationslagen und frühen Ausstiegen aus der Tätigkeit in der Suchthilfe zusammenhängen. Als präventive und gesundheitsförderliche Maßnahmen werden besonders kontinuierliche Selbstfürsorge und Stressmanagement empfohlen. Dafür gibt es zahlreiche Anwendungen von Achtsamkeit, Entspannung, kognitivem Training, Intervision und Aktivitäten zur Erhaltung der Work-Life-Balance. (Michael Klein, Addiction - Das Portal zum Thema Sucht und Suchterkrankungen, 17.12.2022)

¹ Dies ist die erweiterte Fassung eines kürzeren Beitrags „Selbstfürsorge für Fachkräfte in der Suchthilfe…“ aus der Zeitschrift RAUSCH – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, 2023, 12. Jahrgang, Heft 1-2, S. 111 – 117.

https://www.addiction.de/fachkraefte-in-der-suchthilfe/